Der Korruptionsskandal in der Ukraine zieht weite Kreise. Der Justiz- und frühere Energieminister Herman Haluschtschenko wurde suspendiert. Seine Nachfolgerin im Amt, Switlana Hrintschuk, reichte am Mittwoch infolge der Anschuldigungen ihren Rücktritt ein. Das Ausmaß zeigt: So schnell wird das Land die Affäre nicht loswerden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bestechungsgelder in Höhe von 86 Millionen Euro sollen geflossen sein. Für die Staaten, die die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland finanziell und mit Waffen unterstützen, mag das erstmal bitter sein. Für die Menschen in der Ukraine ist der Skandal ein Schlag ins Gesicht – während sie durch die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur im Kalten und im Dunkeln sitzen, haben sich andere in der Energiewirtschaft bereichert.

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Die Korruption ist eines der Kernthemen, die die Ukraine erfolgreich bearbeiten muss, um einem EU-Beitritt näherzukommen. Im jüngsten Ranking von Transparency International zu 2024 belegt die Ukraine den 105. Platz unter 180 Ländern. Gegenüber 2023 hat sich die Bewertung um einen Platz verschlechtert. Transparency International folgert: Sich darauf zu konzentrieren, die Antikorruptionsvorgaben umzusetzen, sei nicht genug. Zudem sei die Qualität der Reformen unzureichend.

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Madeleine Janssen ist Auslandschefin in der FUNKE Zentralredaktion.© privat | Privat

Trotzdem liegt im neuesten Skandal ein gutes Zeichen: Die Antikorruptionsbehörden machen ihre Arbeit. Ermittlungen finden statt. Der suspendierte Justizminister hält die Vorgehensweise für richtig und kündigt rechtliche Schritte an – wie es in einem Rechtsstaat üblich ist. Noch vor 20 Jahren war es in der Ukraine normal, zu bestechen und sich Gerichtsurteile zu erkaufen. Dass nun auch personelle Konsequenzen folgen, zeigt, wie sehr sich das Land verändert hat – und dass selbst im Krieg demokratische Institutionen weiterarbeiten.