Kurz vor Toreschluss Aufklärungswillen zu demonstrieren, nachdem man über Monate das Gegenteil praktiziert hat, muss Misstrauen wecken. Besonders bei Donald Trump. Seine Kehrtwende im Fall Epstein ist ein falscher Fuffziger. Viel spricht dafür, dass der US-Präsident einem demütigenden Misstrauensvotum entgehen wollte. Denn die an diesem Dienstag im Parlament geplante Abstimmung über die Freigabe der vom Justizministerium gebunkerten Akten über den Sexualstraftäter wird wohl auch massive Unterstützung aus republikanischen Reihen erfahren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Um vor die Welle zu kommen, hat sich Trump selbst zum Transparenz-Messias ausgerufen; mit angezogener Handbremse. Denn erst wenn auch der Senat grünes Licht gibt und Trump auf sein Veto-Recht verzichtet, wäre der Weg zu einer Veröffentlichung formal frei. Erst dann wird der Satz glaubhaft(er): „Ich habe nichts zu verbergen.“ Beides sind Variablen, zu denen Trump keinen Klartext geredet hat. Warum?

Wie Trump die Epstein-Akten weiter unter Verschluss hält
Außerdem ist ein Trick eingebaut. Trumps Anweisung an Justizministerin Pam Bondi, demokratische Akteure (Bill Clinton, Larry Summers etc.) im Epstein-Kontext zu untersuchen, macht den Fall wieder zum laufenden Verfahren – die Akten müssten weiter unter Verschluss bleiben.

Und es gibt noch eine zugegeben kriminell klingende Variante für Trumps Sinneswandel: FBI & Co. hatten zehn Monate Zeit, die Epstein-Akten (nicht zu verwechseln mit der jüngsten E-Mail-Flut) nach für Trump inkriminierenden Details zu durchforsten. Wer will bei diesem Präsidenten drei Finger dafür heben, dass belastende Informationen nicht geschwärzt oder gelöscht wurden?





