Wie aus dem Nichts explodiert die Kommandozentrale eines Frachters in einer gigantischen Feuerwolke. Flammen erhellen den Himmel über dem Schwarzen Meer. Eine dunkle Rauchsäule steigt über dem Heck auf: Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen die Explosion auf einem Tanker der russischen Schattenflotte. Stunden nach dem Unglück wird klar: Die Detonation geht vermutlich auf einen Coup der ukrainischen Sicherheitsbehörden zurück.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Modernisierte Marinedrohnen“ vom Typ Sea Baby hätten die beiden Schiffe „erfolgreich ins Visier genommen“, hieß es am Samstag von SBU gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst belegt dies mit Aufnahmen, die AFP einsehen konnte: Zu sehen sind Marinedrohnen, die sich auf zwei Schiffe zubewegen.

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Ukraine: Frachter „Virat“ und „Kairos“ waren unter Flagge Gambias unterwegs

Unter der Flagge Gambias waren die Schiffe „Virat“ und „Kairos“ demnach am Freitag im Schwarzen Meer vor der türkischen Küste unterwegs, als das Feuer ausbrach. 45 Besatzungsmitglieder wurden nach türkischen Behördenangaben in Sicherheit gebracht. „Videoaufnahmen zeigen, dass beide Tanker nach dem Treffer schwer beschädigt wurden und praktisch außer Betrieb genommen werden mussten. Dies ist ein erheblicher Schlag für den russischen Öltransport“, zitiert Reuters einen Beamten. Wann genau die Detonationen erfolgten, war zunächst unklar. CNN berichtet unter Berufung auf das türkische Verteidigungsministerium, dass die „Virat“ nur leicht beschädigt wurde. Das Schiff sei sowohl am Freitag als auch am Samstag attackiert worden.

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Die „Kairos“ war demnach leer und auf dem Weg in Richtung des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk. Am Samstag erklärte der ukrainische Geheimdienstvertreter, die „Virat“ sei ebenfalls leer auf dem Weg nach Noworossijsk gewesen. Demnach sollten beide Schiffe dort mit Mineralölprodukten befüllt werden. Die angegriffenen Schiffe waren nach ukrainischer Einschätzung Teil der sogenannten russischen Schattenflotte. Diese exportiert unter Umgehung internationaler Sanktionen russisches Erdöl.

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Seedrohnen attackierten auch Ölterminal

Laut Reuters haben sich die russischen Behörden bislang nicht zu der Attacke geäußert. Bei einem anderen Angriff mit Seedrohnen wurde zudem ein international wichtiges Ölterminal im Schwarzmeerhafen Noworossijsk schwer beschädigt. Eine Anlegestelle des Terminals sei nicht mehr nutzbar, teilte das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) mit. Das Unternehmen sprach von einer „zielgerichteten Terrorattacke mit unbemannten Booten“. Die Ukraine setzt solche mit Sprengstoff beladenen Wasserfahrzeuge – Seedrohnen – immer wieder gegen russische Ziele ein. Verletzt worden sei niemand.

Es war bereits der dritte Angriff auf eine Anlage des auch von Kasachstan betriebenen Konsortiums. Das kasachische Energieministerium kritisierte die Attacke als Angriff auf die wirtschaftlichen Interessen der ölreichen Republik in Zentralasien. Das Ministerium wolle nun alternative Transportwege suchen.

Die Türkei äußerte sich besorgt über die Angriffe und erklärte, die Vorfälle hätten sich in ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone ereignet und stellten ein ernstes Sicherheitsrisiko dar.

mit dpa, afp