Die Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek (37) wirbt für einen offeneren Umgang mit Erkrankungen in der Spitzenpolitik. Sie selbst leide an Migräne, sagte Reichinnek der „Rheinischen Post“. „Ich habe diese Erkrankung, und sie belastet mich massiv.“ Viele Termine könne sie bei Migräne nur mit Medikamenten wahrnehmen. „Ein sehr starkes Mittel, das dazu führt, dass man sich nicht mehr so gut konzentrieren kann“, erzählte Reichinnek.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die in Merseburg geborene Politikerin hatte Ende April in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ auf eine Sachfrage erklärt, dass sie die Antwort nicht parat habe, auch weil sie aktuell unter Migräne leide. Von Kritikern war dies als Ausrede gewertet und spöttisch kommentiert worden. 

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Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Zu den Beschwerden zählen oft hämmernde, pulsierende Kopfschmerzen, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Gerüche sowie Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 14,8 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer in Deutschland betroffen. Weitere 13,7 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer hätten wahrscheinliche Migräne, so die Erhebung von 2020.

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#23 Jan van Aken über Waffen, Viren und das Geheimnis von Heidi Reichinnek
Meine schwerste Entscheidung
 

Heidi Reichinnek: Bundestag repräsentiert nicht die Gesellschaft

Reichinnek würde niemanden in der Politik dazu auffordern, solche Sachen öffentlich zu machen. „Weil es eine sehr private Entscheidung ist“, sagte Reichinnek. „Aber natürlich ist es ein wichtiges Zeichen, das für Sichtbarkeit sorgt. Gerade bei Migräne.“ Sie kritisierte, dass der Bundestag die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht nicht repräsentiere, auch nicht mit Blick darauf, wer chronische Krankheiten oder Behinderungen habe. Auch Krankheiten wie Endometriose bräuchten „Präsenz, weil sie unfassbar viele Leute betreffen“, forderte die Politikerin.

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Endometriose ist eine chronische Erkrankung von Frauen. Dabei handelt es sich um krankhafte Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, besonders häufig sind starke Unterleibsschmerzen bei der Regelblutung. Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwei Millionen Frauen im gebärfähigen Alter betroffen.

epd/dpa/dw