Wieder ein Mordanschlag auf einen hochrangigen Militär in Moskau: Diesmal traf es Generalleutnant Fanil Sarwarow, so das staatliche russische Ermittlungskomitee. Sarwarow hatte die Abteilung für die operative Ausbildung der Armee im russischen Generalstab geleitet.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Fanil Sarwarow wurde bei einem Autobombenanschlag getötet, erklärte Swetlana Petrenko, die Sprecherin der entsprechenden Behörde, gegenüber Journalisten: „Laut Ermittlern wurde am Morgen des 22. Dezember in der Jasenewaja-Straße in Moskau ein unter einem Auto angebrachter Sprengsatz gezündet.“ Die Explosion ereignete sich gegen 7 Uhr morgens, als der General mit seinem Kia Sorento aus dem Hof ​​eines Wohnhauses fuhr, berichtet die Zeitung „Kommersant“.

Sarwarow sei durch die Explosion an den Beinen und im Gesicht verletzt worden. Man brachte ihn ins Krankenhaus, wo er seinen Verletzungen erlag. Bilder in verschiedenen Telegram-Kanälen zeigen den Tatort. Das Geräusch der Explosion sei sehr laut gewesen, berichtet ein Augenzeuge auf dem Portal „gaseta.ru“. Splitter der Detonation hätten mehrere weitere Autos beschädigt.

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„Die Ermittlungen am Tatort dauern an“, so Petrenko. „Der zuständige Ermittler wird die notwendigen Untersuchungen anordnen, darunter forensische und Sprengstoffanalysen. Zeugen und Augenzeugen werden befragt, und die Aufnahmen von Überwachungskameras werden ausgewertet.“

Zu den Hintergründen des Mordanschlags ist bislang nichts bekannt. Die Ermittler untersuchen Spuren, es werde nicht ausgeschlossen, dass die Bombe unter Beteiligung des ukrainischen Geheimdienstes gezündet wurde.

Nach tödlichem Anschlag auf russischen Offizier: Ermittlungen wegen Mordes und Sprengstoffhandels

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr kam der russische General Igor Kirillow bei einem ähnlichen Bombenanschlag in Moskau ums Leben. Die Bombe war in einem Elektroroller versteckt. Damals bekannte sich der ukrainische Geheimdienst SBU zu der Tat. Dieser machte Kirillow für den Einsatz chemischer Waffen gegen ukrainische Truppen verantwortlich. Großbritannien hatte deshalb Kirillow sanktioniert, Russland wies die Vorwürfe zurück.

Nach russischen Angaben war der Täter ein usbekischer Staatsbürger, er habe angeblich im Auftrag der Ukrainer gehandelt. 100.000 US-Dollar seien ihm für die Tat versprochen worden. Die Bauteile für die Bombe habe der Täter aus einem Versteck ukrainischer Geheimdienste bekommen. Nach Darstellung des russischen Geheimdienstes FSB soll der Sprengsatz dann von der Ukraine aus gezündet worden sein.

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Menschen in Moskau fragen sich, wie das Attentat möglich gewesen ist

Der jetzt getötete Fanil Sarwarow war ein prominenter, mit vielen Orden ausgezeichneter Offizier. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass wurde er am 11. März 1969 in der Region Perm geboren. Er absolvierte die Höhere Panzerkommandoschule in Kasan, die Militärakademie der Panzertruppe und die Militärakademie des Generalstabs der russischen Streitkräfte. Sarwarow bekleidete viele wichtige militärischen Positionen. Von 2015 bis 2016 organisierte und leitete er Operationen in Syrien. 2016 wurde er zum Leiter der Direktion für die operative Ausbildung des Generalstabs ernannt.

Inzwischen hat das russische Ermittlungskomitee ein Strafverfahren eingeleitet, wegen „Mordes in allgemein gefährlicher Weise und illegalen Handels mit Sprengstoffen“, so Petrenko, die Sprecherin der Behörde. Viele Menschen in Moskau fragen sich nun, wie das Attentat möglich war. Wie kann man in der Nacht eine Bombe unter einem geparkten Auto anbringen? So zumindest scheint derzeit der Tathergang. Gefährdete Menschen leben in Moskau zumeist in abgesperrten Wohnblöcken, die Hofanlagen sind gesichert und per Video überwacht.

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Immer wieder wurden in Russland bekannte Personen durch Bomben getötet

Außer den Generälen sind in Russland in den vergangenen Jahren weitere Personen durch Anschläge getötet worden. So fiel im August 2022 die Propagandistin Darja Dugina einer Autobombe zum Opfer. Sie war die Tochter des rechtsnationalistischen russischen Vordenkers Alexander Dugin. Im April 2023 tötete eine Bombe den russischen Militärblogger Wladlen Tatarski in einem Café in Sankt Petersburg. Eine junge Frau übergab ihm eine kleine Statue mit dem versteckten Sprengsatz. Sie wurde wegen Terrorismus verurteilt.

Insgesamt wächst in Russland die Angst vor Terroranschlägen. Höhepunkt bislang: der Anschlag auf die Konzerthalle Crocus City Hall in Krasnogorsk am Stadtrand von Moskau im März 2024. 143 Tote und viele Verletzten waren zu beklagen. Die Bilder haben sich eingeprägt in Russland. Dass die Behörden derartige Anschläge nicht verhindern können, wird für den Kreml mehr und mehr zum Problem. Denn es hatte Warnungen gegeben. Spekulationen über einen möglichen Terroranschlag kursierten wenige Tage zuvor. Eine entsprechende Warnung hatte die US-Botschaft ausgesprochen.

Anfänglich verfolgte man eine „ukrainische Spur“. Doch zu dem Anschlag bekannte sich ein Ableger der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Die Täter selbst kamen aus Tadschikistan. Doch Spuren führten auch in den russischen Nordkaukasus. Wenige Tage nach dem Attentat wurden in Dagestan vier weitere Tatverdächtigte festgenommen. Sie seien direkt an der Finanzierung und der Ausrüstung der Terroristen beteiligt gewesen, teilte der FSB in Moskau mit. In einem Video, veröffentlicht in den Staatsmedien, sagte ein unkenntlich gemachter Mann, er habe den Tätern aus der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala die Waffen für den Anschlag übergeben.