Nach dem Ende des tagelangen Stromausfalls in Berlin machen die Grünen Druck auf Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), den Schutz kritischer Infrastruktur und auch der Bevölkerung zu verbessern. „Bundesinnenminister Dobrindt steht jetzt in der Pflicht“, sagte Co-Fraktionschefin Britta Haßelmann dieser Redaktion. „Der über Jahre vernachlässigte Schutz unserer Infrastruktur muss schnellstmöglich hochgefahren, der Bevölkerungsschutz massiv gestärkt werden.“ Mit der Zustimmung der Grünen zum Sondervermögen habe die Partei die finanziellen Mittel dafür bereitgestellt, sagte sie. „Nun muss der Bund auch liefern.“

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Grüne fordern Geld für die Kommunen für mobile Küchen, Zelte und Sanitäranlagen

Konkret erwartet die Grünen-Fraktionschefin unter anderem, dass mehr Geld für schnelle Hilfe zu den Kommunen fließt. „Städte und Gemeinden müssen in die Lage versetzt werden, in Krisensituationen schnell und wirksam zu reagieren“, sagte Haßelmann dieser Redaktion. „Dass der Bund bislang keine Mittel etwa für mobile Betreuungsmodule bereitgestellt hat, ist schlichtweg fahrlässig.“ Mobile Betreuungsmodule sind kurzfristig einsetzbare Einheiten aus Zelten, Sanitäranlagen und Küchen, in denen mehrere tausend unverletzte Menschen versorgt werden können. Der Bund dürfe die Kommunen beim Bevölkerungsschutz und dem Schutz kritischer Infrastruktur nicht länger allein lassen, erklärte die Grünen-Politikerin.

„Immer häufiger werden unsere kritischen Infrastrukturen angegriffen“, betonte Haßelmann. „Dies kann, wie aktuell beim Stromausfall in Berlin, zu verheerenden Folgen für viele Menschen führen.“ Darauf würden die Grünen seit langem hinweisen und hätten deshalb darauf gedrängt, dass auch Bevölkerungsschutz im Sondervermögen Infrastruktur berücksichtigt wird.

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Die Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag für das Sondervermögen Infrastruktur war im Frühjahr 2025 nur zustande gekommen, weil neben Union und SPD auch die Grünen dafür gestimmt hatten.