Nicht nur die Menschen in Grönland verzweifeln an Donald Trumps Übernahmeplänen. Auch in Dänemark, zu dem Grönland offiziell gehört, entlädt sich zunehmend Wut über die Ansprüche des US-Präsidenten. Am Samstag sind in der dänischen Hauptstadt und weiteren Städten Tausende Menschen gegen die Grönlandpläne auf die Straße gegangen. „Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut und deutlich. Grönland ist keine Handelsware“, sagte Oberbürgermeisterin Sisse Marie Welling dänischen Medien zufolge.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auf dem Rathausplatz waren etliche Grönland- und Dänemarkfahnen zu sehen. Zudem skandierten sie immer wieder „Kalaallit Nunaat!“ - den Namen Grönlands in der Muttersprache. Die riesige Arktisinsel, die Trump nach eigener Aussage für die Sicherheit der USA übernehmen will, ist Teil des Königreichs Dänemarks. „Grönland steht nicht zum Verkauf“, war auf einem Schild der Demonstranten zu lesen. In Aarhus sagte Bürgermeister Anders Winnerskjold dem Sender DR, Grönland sei „nicht allein“.
Grönland protestiert gegen US-Politik und fordert Selbstbestimmung

Auch auf der Arktisinsel selbst waren am Samstag Menschen gegen die Annexion ihrer Insel durch die USA auf die Straßen gegangen. „Wir fordern die Achtung des Selbstbestimmungsrechts Grönlands und die Achtung des grönländischen Volkes. Dies ist nicht nur ein Kampf für Grönland, sondern auch für die ganze Welt“, hatte Poul Johannesen, Initiator der grönländischen Bürgerinitiative „Hände weg von Kalaallit Nunaat“, zur Ankündigung der Demonstration auf Grönland gesagt.

Die Menschen auf Grönland bereiten sich schon auf das Schlimmste vor, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Einige würden bereits Vorräte wie Wasser, Lebensmittel und Medikamente bevorraten. Andere machten Fluchtpläne oder suchten nach Verstecken, sollten amerikanische Truppen auf der Insel einfallen.
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Vor dem Start der Kopenhagener Demo bekräftigten mehrere US-Parlamentarier ihre Unterstützung des Widerstands gegen Trump. „Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter“, sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. „Meiner Meinung nach sollte damit diese Diskussion beendet sein.“ Laut einer im Januar 2025 veröffentlichten Umfrage lehnen 85 Prozent der Grönländer die Zugehörigkeit der Arkis-Insel zu den USA ab. Nur sechs Prozent befürworten sie.
US-Parlamentarier wollen mit Rubio sprechen
Trump hatte wiederholt gesagt, dass die Vereinigten Staaten das größtenteils von Eis bedeckte Grönland übernehmen wollen. Trump begründet dies mit einer Bedrohung durch China und Russland in der Region. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt mit Strafzöllen. Die Rede war von einem Kauf der Arktis-Insel, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus.
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Coons bezeichnete die Aussagen als „nicht konstruktiv“. Die derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Wie könne den USA vertraut werden, wenn der Nato-Verbündete Dänemark im Stich gelassen werde, fragte der den Bundesstaat Delaware vertretende Coons. Die Delegation kündigte an, mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.
Erkundungsmission mit Bundeswehrsoldaten
Die elf US-Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren, versuchten zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch auf Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.
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Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten um Deutschland eingetroffen. Das Bundeswehr-Team und seine Verbündeten sind für eine Erkundungsmission vor Ort und sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen – mit dem Ziel, für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Teams.
dpa/AFP/jle







