Beschimpfungen, Drohungen, Einschüchterungsversuche: Kritische Medien geraten in Trumps Amerika zunehmend unter Druck. Eine, die sich damit auskennt, ist Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses und treue Gefolgsfrau des US-Präsidenten. Mittlerweile lässt die 28-Jährige kaum noch eine Gelegenheit zur Medienschelte aus. Vor wenigen Tagen beschimpfte sie einen Journalisten als „linken Schmierfink“, weil dieser es gewagt hatte, eine kritische Nachfrage zum ICE-Einsatz in Minneapolis und den Todesumständen der von einem ICE-Agenten erschossenen dreifachen Mutter Renee Good zu stellen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Wie ein Audiomitschnitt belegt, soll Leavitt nun Journalisten des Senders CBS mit einer Klage gedroht haben, wenn diese ein Interview nicht in voller Länge und geschnitten ausstrahlten. Der Sender hat die Aufnahme mit der Drohung, in der mutmaßlich Leavitt und der Moderator Tony Dokoupil zu hören sind, veröffentlicht.
CBS will Ausstrahlung des kompletten Interviews von vornherein geplant haben
„Er sagte: ‚Sorgt dafür, dass ihr das Band nicht schneidet, sorgt dafür, dass das Interview vollständig veröffentlicht wird‘, erklärt Leavitt in dem Ausschnitt mit Verweis auf Trump. Dokoupil antwortet: „Ja, wir machen es, ja“, woraufhin Leavitt erwidert: „Er sagte: ‚Wenn es nicht vollständig veröffentlicht wird: Wir klagen euch den Arsch weg‘“.
News aus den USA
Das Interview, das vergangenen Dienstag geführt worden sein soll, wurde von CBS dann tatsächlich ohne Schnitte und komplett ausgestrahlt. Auf Nachfrage der „New York Times“ erklärte der Sender in einem Statement, dies sei von Anfang an so geplant gewesen. Leavitt wiederum teilte mit: „Das amerikanische Volk verdient es, Präsident Trumps vollständige Interviews zu sehen, ungeschnitten. Und wissen Sie was? Das Interview fand vollständig statt.“
Trump hatte sich bereits 2024 mit CBS angelegt. Damals soll der Sender in der Show „60 Minutes“ nach Trumps Meinung ein Interview mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris so geschnitten haben, dass eine vermeintlich schwache Antwort kaschiert worden sei. CBS bestritt dies und veröffentlichte ein Transkript des Interviews mit Harris. Trotzdem zog Trump vor Gericht. Der CBS-Eigner Paramount stimmte dann einem Vergleich über 16 Millionen Dollar zu. Seit 2025 gehört Paramount wiederum als Teil der Paramount Skydance Corporation der Familie von Multimilliardär Larry Ellison. Dieser ist ein Freund und Unterstützer von Donald Trump.
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