Es ist für Donald Trump eine Machtdemonstration der besonderen Art: Wenn der US-Präsident spätestens am Mittwoch in die Schweizer Bergstadt Davos zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums eintrifft, stellt er nicht nur mit einer Riesendelegation das Treffen komplett auf den Kopf. Auch Regierungen in aller Welt blicken dann nach Davos – und vor Ort in den Bergen steht Kanzler Friedrich Merz (CDU) und seinen europäischen Kollegen eine fast schicksalhafte Begegnung mit Trump bevor, bei der für Europa sehr viel auf dem Spiel steht.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Showdown in Davos: Kann der Kanzler Trump besänftigen – oder eskaliert die Grönland-Krise endgültig? Der Davos-Gipfel mit rund 3000 Teilnehmern – 65 Regierungschefs, 400 Politiker, Wirtschaftsführer, Wissenschaftler – begann bereits am Montag, doch die wichtigsten Tage sind Mittwoch und Donnerstag. Dann ist auch Merz vor Ort, er hält am Donnerstag eine Rede. Aber Trumps Auftritt mitten in den Krisen um Grönland, Iran, Ukraine und Venezuela überschattet alles.
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Merz und andere europäische Regierungschefs wollen in den Gesprächen für die weitere Unterstützung der Ukraine werben – wegen des Grönland-Konflikts aber droht nun ein schweres Zerwürfnis, mindestens ein Handelskrieg. Auf die kleine, kurze militärische Erkundungsmission Deutschlands und anderer europäischer Länder in Grönland hatte Trump mit der Ankündigung von Strafzöllen reagiert. Die EU droht nun umgekehrt, ausgesetzte EU-Zölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro in Kraft zu setzen und weitere Strafmaßnahmen zu verhängen; ein am Donnerstag oder Freitag geplanter EU-Sondergipfel könnte die Entscheidung bringen.
Bundesregierung: Handelskrieg abwehren, aber nicht erpressen lassen
Am Montag erklärte die Bundesregierung zwar, gegenseitige Zolldrohungen seien nicht förderlich, man wolle einen Handelskrieg abwehren und den Konflikt nicht eskalieren lassen. Gleichzeitig stellte Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) aber im Namen auch von Merz und der Regierung klar: „Wir lassen uns nicht erpressen.“ Ob so ein Eklat beim erwarteten Treffen Trumps mit Merz und anderen europäischen Politikern in Davos abgewendet werden kann, ist offen.

Trump zeigt sich entschlossen: Am Montag wurde bekannt, dass er in einem Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre erklärt hat, er sehe sich nicht mehr dem Frieden verpflichtet, weil er nicht den Friedensnobelpreis erhalten habe. Er stellte infrage, dass Dänemark ein „Eigentumsrecht“ an Grönland habe.
Der Präsident sorgt auch mit einer ungewöhnlich großen Delegation von 300 Diplomaten und Experten dafür, dass der Davos-Gipfel zum Trump-Gipfel wird. Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent, der Handelsbeauftragte Jamieson Greer, dazu sein Unterhändler-Duo aus Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner begleiten Trump.

Bei seinen früheren Besuchen reiste Trump nach der Landung mit der Air Force One in Zürich per Hubschrauber weiter nach Davos. Sollte sich das Wetter verschlechtern, wird Trump die 150 Kilometer lange Strecke aber in seiner gepanzerten Limousine „The Beast“ zurücklegen müssen, was seine Laune eher verdüstern könnte. Übernachten wird der Präsident im Fünf-Sterne-Luxusdomizil Alpengold Hotel, wo ihm die Präsidentensuite mit 160 Quadratmetern zur Verfügung steht.





