Der Abriss des historischen Ostflügels des Weißen Hauses schafft nicht nur Platz für Donald Trumps neuen luxuriösen Ballsaal: Laut dem US-Sender CNN soll Trump unter dem umstrittenen Prachtbau auch die Entstehung eines streng geheimen Bunkers angeordnet haben. Die moderne Bunkeranlage solle den US-Präsidenten und sein Team wohl besser gegen künftige Bedrohungen wie Flugzeuge, Atombomben oder Bio-Waffen schützen.

Für die neue Anlage sei ein noch während des Zweiten Weltkriegs entstandener Bunker-Komplex abgerissen worden. Das sogenannte „Presidential Emergency Operations Center“ (PEOC) diente mehrere Jahrzehnte lang als Schutzraum und Kommandozentrale für den US-Präsidenten, der als Oberbefehlshaber auch die US-Streitkräfte befehligt. Wie CNN berichtet, soll der neue Bunker wahrscheinlich die gleichen Aufgaben wie das bereits abgerissene PEOC wahrnehmen.

Weißes Haus in Washington
Die Arbeiten am Bau des Ballsaals im Weißen Haus, wo einst der Ostflügel stand. © Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa | Pablo Martinez Monsivais

Die Abrissarbeiten des PEOC hätten im Oktober 2025 im Zuge der Vorbereitung für den 8400 Quadratmeter großen Ballsaal begonnen, dessen Kosten mittlerweile auf 400 Millionen US-Dollar angestiegen sind. Details über den geplanten Bunker-Neubau seien „Top Secret“, das Weiße Haus habe die Arbeiten unter dem Ballsaal noch nicht offiziell bestätigt. Die Baupläne dürften zu den am besten gehüteten Geheimnissen der USA gehören.

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Bunker unter dem Weißen Haus: Von Pearl Harbor bis zum Ukraine-Krieg

Aus der alten „U-Boot-artigen“ PEOC-Anlage hatte die US-Regierung unter der Leitung von Vizepräsident Dick Cheney auf die Terrorangriffe am 11. September reagiert. Auch Ex-Präsident Joe Biden soll den Bunker bei der Planung seines Ukraine-Besuchs 2023 genutzt haben. Ursprünglich hatte Präsident Franklin D. Roosevelt das PEOC nach den japanischen Angriffen auf Pearl Harbor 1941 bauen lassen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der ehemalige Secret-Service-Beamte Jonathan Wackrow gab gegenüber CNN an, dass der neue Bunker wohl in der Lage sein werde, verschiedene Bedrohungen zu überstehen: darunter Atombomben, einen Flugzeugabsturz, chemische oder biologische Waffen sowie elektromagnetische Impulse.

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Nutzt die Trump-Regierung den Bunker als Vorwand für den Ballsaal?

Für die Existenz von Plänen eines neuen Bunkers spricht die Argumentation der Trump-Regierung, wenn es um den Ballsaal geht. CNN zufolge weigerten sich Beamte des Weißen Hauses – unter Verweis auf die hohe Geheimhaltung – viele Fragen zum Ballsaal zu beantworten. Demnach verteidigte der Leiter der Verwaltung des Weißen Hauses, Joshua Fisher, den Ballsaal damit, dass er die Sicherheit des Weißen Hauses durch „wichtige Infrastruktur“ verbessern würde. Die Trump-Regierung habe außerdem eine zuständige Planungs-Behörde über Baumaßnahmen nicht vorab informiert. Die Begründung: Es handele sich um „Top Secret“-Vorgänge.

„Es gibt einige Aspekte dieses Projekts, die ehrlich gesagt streng geheim sind und an denen wir derzeit arbeiten. Das schließt Änderungen an der oberirdischen Struktur nicht aus, aber diese Arbeiten mussten bei der Durchführung dieses Projekts berücksichtigt werden“, zitiert CNN den Beamten.

Im gerichtlichen Streit um den Bau des Ballsaals argumentiert die Regierung ähnlich: Ein Stopp der unterirdischen Arbeiten würde die nationale Sicherheit gefährden. Kritikern zufolge werfe die Kombination aus einem opulenten Ballsaal-Projekt und streng geheimer Sicherheitsinfrastruktur Fragen zur Transparenz und Finanzierung auf.

News aus den USA

„Situation Room“ und „PEOC“: So ist der US-Präsident geschützt

Der alte Bunker unter dem Ostflügel wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einem robusten Schutzraum mit eigener Strom-, Wasser- und Luftversorgung ausgebaut. Das „Presidential Emergency Operations Center“ (PEOC) unterscheidet sich vom „Situation Room“. Der Situation Room befindet sich im Westflügel des Weißen Hauses und dient als Krisen- und Lagezentrum, das der Präsident nutzt, wenn das Weiße Haus nicht direkt durch einen Angriff bedroht ist.

Im Situation Room, der aus mehreren Konferenzräumen und Lagezentren besteht, werden rund um die Uhr Geheimdienstinformationen ausgewertet und militärische, diplomatische oder sicherheitspolitische Krisen koordiniert. Der Präsident und seine Berater verfolgen von dort aus Live-Lagebilder, führen Videokonferenzen mit Militär und Verbündeten und treffen Entscheidungen in Echtzeit. Barack Obama verfolgte von hier aus die Tötung von al-Qaida-Strippenzieher Osama bin Laden. Die Fotos aus dem Konferenzraum gingen um die Welt.

US-Präsident Donald Trump (l.) und sein Stab im Situation Room im Weißen Haus während der US-Schläge auf iranische Atom-Anlagen im Juni 2025.
US-Präsident Donald Trump (l.) und sein Stab im Situation Room im Weißen Haus während der US-Schläge auf iranische Atom-Anlagen im Juni 2025. © AFP | -

„Der Situation Room ist eine deutlich spezialisiertere Überwachungszentrale, die Informationen an das PEOC weiterleitet. Da er sich im Westflügel befindet, ist er zwar bis zu einem gewissen Grad gesichert, aber keine Hochsicherheitsanlage“, erklärt der ehemalige Secret-Service-Mitarbeiter Wackrow. „Das PEOC wird in Notfällen genutzt. Es ist kein Ort, den jeder aufsucht“, fügte er hinzu. „Der Situation Room wird hingegen fast von der gesamten Regierung rund um die Uhr genutzt.“