Viele Studierende kennen das Gefühl: Die Hausarbeit ist noch nicht fertig, dabei rückt die Deadline immer näher. Dann ist die Versuchung groß: Ein paar Prompts bei ChatGPT, wenige Minuten später steht ein fertiger Text auf dem Bildschirm. Mit minimalem Aufwand lassen sich so einigermaßen gute Noten erreichen. Doch dieser Weg hat seinen Preis.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Zwar kann Künstliche Intelligenz das Studium erleichtern. Sie hilft, Ideen zu finden, Texte zu überarbeiten, Zusammenhänge zu verstehen oder Daten zu analysieren. Wer sie richtig einsetzt, vertieft sein Wissen und gewinnt neue Perspektiven – unter der Voraussetzung, dass Studierende selbst den Stoff verstehen und darauf achten, keine sensiblen Daten preiszugeben.

KI im Studium: Universitäten müssen schnell handeln

Das Problem entsteht, wenn Studierende mit KI abkürzen. Es ist verlockend, einen Text zu generieren, statt sich mühsam durch Fachliteratur und Studien zu arbeiten. Doch wer so durchs Studium kommt, überspringt genau die Fähigkeiten, die es vermitteln soll: kritisches Denken, sauberes Recherchieren und echtes fachliches Wissen.

Katharina Engeln
Katharina Engeln ist Redakteurin im Ressort Politik und Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Gleichzeitig zeigt sich ein strukturelles Problem: Hausarbeiten und Essays können nicht mehr zuverlässig messen, wer den Stoff wirklich verstanden hat und wer sich die Arbeit abkürzen lässt. Prüfungen, die diese Unterschiede nicht erkennen, verlieren ihren Sinn. Und welchen Wert haben gute Noten noch, wenn die eingereichten Arbeiten nicht von den Studierenden selbst geschrieben sind? Hochschulen müssen schnell handeln und prüfen, wie sie bestehende Prüfungen so gestalten können, dass sie wieder Leistungen abbilden. Mündliche Prüfungen oder vor Ort geschriebene Klausuren könnten eine Alternative sein.