Die Deutschen arbeiten zu wenig. Die Deutschen feiern zu oft krank. Die Deutschen reduzieren nach Lust und Laune ihre Arbeitszeit und gönnen sich „Lifestyle-Teilzeit“. Mit anderen Worten: Sie sind nicht fleißig genug. Sie sind regelrecht faul. Ein Volk in der Hängematte, tiefenentspannt, aber unproduktiv. So sehen das manche in der CDU. So sieht es im Grunde auch Friedrich Merz.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Deshalb kommen jetzt ständig neue Vorschläge, wie man die angeblich so faulen Deutschen ans Arbeiten kriegen kann: Telefonische Krankschreibung abschaffen, Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen. Nur wer Kinder und Alte pflegt, soll noch ein Recht auf weniger Arbeitsstunden haben.

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Julia Emmrich ist stellvertretende Ressortleiterin für Politik und Wirtschaft© FMG | Anja Bleyl

Dahinter steckt ein simples Kalkül: Wer mehr Fleiß fordert, massiert die Seele der klassischen, wirtschaftsnahen CDU-Wählerschaft. Das mag kurzfristig erfolgreich sein. Langfristig ist es toxisch: Weil es Wut und Enttäuschung produziert und am Ende nur die politischen Ränder rechts wie links stärkt.

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Statt die Leute zu beleidigen („Lifestyle-Teilzeit“), sollten sich die Vordenker bei der CDU an die Fakten halten. Wenn eine Lehrerin oder ein Altenpfleger keine Vollzeitstelle schafft, weil der Job schlicht zu anstrengend geworden ist, hat das nichts mit Lifestyle zu tun. Sondern mit Versäumnissen der Politik. Stichwort Fachkräfte. Stichwort Investitionen in Bildung. Stichwort Sozialkassen.  

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Trumps Kehrtwenden und Merz neue Freundin
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Sieht Merz das nicht – oder will er das nicht sehen? Wer das Land wieder nach vorn bringen will, sollte den Menschen nicht als Erstes hart erkämpfte Rechte nehmen. So wird das nichts mit der Aufbruchstimmung, die der Kanzler dringend erzeugen muss.