Er ist der wichtigste Wahlkämpfer des Kanzlers in diesem Jahr: Sven Schulze soll bei der Landtagswahl im Herbst in Sachsen-Anhalt den ersten AfD-Regierungschef verhindern. An diesem Mittwoch will sich der Spitzenkandidat der Landes-CDU zunächst zum Ministerpräsidenten wählen lassen – anstelle von Reiner Haseloff, der den Weg dafür frei macht. Das Manöver ist mit FDP und SPD abgesprochen, doch es gibt ein Restrisiko.
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Die CDU regiert in Magdeburg derzeit mit einer Dreierkoalition – daran soll sich auch unter Schulze nichts ändern. Doch kann sich der CDU-Mann darauf verlassen, dass er die nötigen Stimmen für die Amtsübernahme bekommt? Es sei allen bewusst, „welche Verantwortung in dieser Situation jeder hat“, sagte Schulze vor wenigen Tagen im Interview mit unserer Redaktion. Es gebe in Sachsen-Anhalt eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen drei Parteien. Sein Ziel sei es, diese Zusammenarbeit auch nach der Wahl am 6. September fortzuführen.
Merz-Leute mahnen: „Es muss jedem der Ernst der Lage bewusst sein“
Die jüngsten Umfragen vom Herbst 2025 sehen die AfD mit rund 40 Prozent weit vorn, die CDU mehr als zehn Prozentpunkte dahinter, SPD und FDP müssen demnach um den Wiedereinzug ins Parlament fürchten. In keinem anderen Bundesland ist die Sorge so groß, dass die AfD nach der Landtagswahl den ersten Ministerpräsidenten stellen könnte.
Doch nicht nur aus den Reihen von SPD und FDP könnte es für Schulze gefährliche Abweichler geben. Auch in der Union ist es nicht ausgeschlossen, dass die eine oder andere Stimme wackelt: In einer geheimen Wahl könne eben viel passieren, mahnt Steffen Bilger, Parlamentsgeschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. „Es muss jedem der Ernst der Lage bewusst sein“, appelliert er an die Parteifreunde in Sachsen-Anhalt.

Denkbar ist etwa, dass Schulze im ersten Wahlgang scheitert und erst in einem weiteren die nötige Stimmzahl bekommt. Im Ergebnis würde das keinen Unterschied machen – für den Wahlkämpfer Schulze aber wäre ein solcher Stolperstart ein schweres Handicap.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der 46-Jährige weiß, dass das halbe Land auf die Wahl im September schaut. „Alle wissen, dass hier theoretisch auch ein Ergebnis erzielt werden könnte, das es so noch nicht gab.“ Konkret: eine absolute Mehrheit für die AfD. Aber man dürfe auch nicht vergessen, argumentiert Schulze, dass es bei der letzten Landtagswahl 2021 eine ähnliche Lage gegeben habe: Die AfD lag zwei Wochen vor der Landtagswahl in den Umfragen vorn, trotzdem gewann am Ende die CDU. Damals allerdings mit dem beliebten Amtsinhaber Haseloff als Spitzenkandidaten.
Schulzes politischer Ziehvater Reiner Haseloff war 2011 Ministerpräsident geworden, in den folgenden 15 Jahren regierte er mit drei verschiedenen Bündnissen: erst mit Schwarz-Rot (2011–2016), dann mit der ersten Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen (2016–2021) sowie aktuell mit der sogenannten Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP. Schulze war zuletzt Wirtschaftsminister in Haseloffs Kabinett.






