Als der ehemalige Bundeswehr-Soldat Florian Seibel 2015 das Start-up Quantum Systems gründete, dachte er wohl nicht im Traum daran, dass die Drohnen seines Unternehmens einmal eine entscheidende Waffe in einem Krieg auf europäischem Boden sein würden. Für die militärische Nutzung von Drohnen interessierten sich zu diesem Zeitpunkt die wenigsten. Auch Seibel dachte eher daran, seine Überwachungsdrohnen über dem Amazonas kreisen zu lassen, um den Zustand des Regenwaldes zu dokumentieren, oder sie zum Transport von Blutkonserven in entfernten Winkeln des afrikanischen Kontinents einzusetzen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dann startete Wladimir Putin im Februar 2022 den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und Drohnen wurden von beiden Kriegsparteien als effektive Waffen eingesetzt. In Gilching bei München, dem Firmensitz von Quantum Systems, klopfte ein gewisser Peter Thiel an, seines Zeichens Multimilliardär, Großinvestor und Trump-Unterstützer der ersten Stunde. Der Mann, dem JD Vance verdankt, dass er als US-Vizepräsident unter Trump dienen darf, stieg zusammen mit dem Berliner Wagniskapitalgeber Project A mit 17,5 Millionen Dollar bei Quantum Systems ein.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Quantum Systems kooperiert mit ukrainischem Drohnenhersteller
Thiel sollte nicht der einzige neue Investor bleiben. Auch der britische Finanzinvestor Balderton schoss reichlich Kapital zu. Aktuell wird Quantum Systems mit drei Milliarden Euro bewertet, hat etwa 1000 Mitarbeiter und schluckt mittlerweile kleinere, vielversprechende Unternehmen wie etwa zuletzt das Mobilty-Start-up Fernride.
Die Kooperation mit dem ukrainischen Militär hat Quantum Systems seit 2022 sukzessive ausgebaut. Das bayerische Unternehmen betreibt derzeit zwei Fabriken in dem Land und arbeitet an der Weiterentwicklung der Drohnentechnologie. Dabei profitiert man von der Expertise der Ukraine. Der ukrainische Drohnenbauer Frontline Robotics und Quantum Systems haben das Gemeinschaftsunternehmen Quantum Frontline gegründet. Ziel ist der Bau verschiedener Drohnentypen in hoher Stückzahl. Konkret geht es um die Logistikdrohne Linsa, die Aufklärungsdrohne Zoom sowie den ferngesteuerten Maschinengewehr- und Granatwerferpunkt Buria.

Erste Drohnen aus deutscher Produktion werden Mitte Februar geliefert
Produziert wird auch in Deutschland. Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten Drohnen aus einer dortigen Produktionsstätte. „Ich werde die erste Drohne erhalten. Das ist eine Produktionslinie, die bereits arbeitet“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jüngst bei einem Auftritt vor Studentinnen und Studenten in Kiew. Die Ukraine ist bestrebt, mehr Waffensysteme im Ausland bauen zu lassen. Auch in Großbritannien gebe es bereits eine funktionierende Produktion mit „unserer ukrainischen Technologie“, sagte Selenskyi.
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Doch nicht nur das ukrainische Militär gehört zu den Kunden des Gilchinger Drohnenherstellers. Auch die Bundeswehr setzt inzwischen auf die Expertise von Quantum Systems. Kürzlich wurde ein Vertrag über die Beschaffung von bis zu 747 Aufklärungsdrohnen des Typs Twister geschlossen. Twister soll künftig Heer, Marine und Luftwaffe bei taktischen Aufklärungsmissionen unterstützen.








