Der ungarische Oppositionsführer und Spitzenkandidat für die Parlamentswahl am 12. April, Péter Magyar, hat Strafanzeige erstattet, nachdem ihm anonym die Veröffentlichung eines Sex-Videos angedroht worden sein soll. Auf Facebook erklärte er, es bestehe unter anderem der Verdacht der unzulässigen Datensammlung und des Missbrauchs personenbezogener Daten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Er gehe davon aus, dass die Androhung der Veröffentlichung eines heimlich von ihm aufgenommenen Sex-Videos aus dem Umkreis des seit 2010 regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán stamme, schrieb er weiter.
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Vorwurf um Sex-Video: Ungarische Journalisten entlarven Airbnb-Schlafzimmer
Gerüchte über das angebliche Vorliegen eines Sex-Videos, das Magyar im laufenden Wahlkampf in ein schlechtes Licht rücken könnte, geistern seit Tagen durch die von Orbán kontrollierten Medien und Social-Media-Kanäle. Anlass war das Auftauchen einer neuen, von Unbekannten lancierten Webseite, die ein leeres Schlafzimmer zeigte. Der einzige Beitrag dieser Seite war mit den englischsprachigen Schriftzügen „Coming soon“ (Demnächst an dieser Stelle) und „Once upon a time… 2024.08.03“ (Es war einmal .... 3.8.2024) unterlegt.
Ungarische Journalisten identifizierten anschließend das Schlafzimmer als Teil einer Airbnb-Wohnung an der Budapester Ringstraße. Als Eigentümerin scheint demnach im Grundbuch die Ehegattin eines Oligarchen auf, dessen Firmen regelmäßig Staatsaufträge erhalten sollen.
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Tisza-Partei: Péter Magyar distanziert sich von Fidesz und Orbán
Magyar teilte bereits zuvor mit, dass er im August 2024 im Anschluss an eine Party mit Aktivisten seiner Tisza-Partei in dem gezeigten Zimmer Sex mit seiner Ex-Freundin hatte, die ihn, wie er schrieb, damals erneut „verführt“ habe. Das Zimmer hätten andere vor ihm benutzt, er habe Spuren von Alkohol- und Drogengenuss vorgefunden. Er selbst habe noch nie in seinem Leben Drogen konsumiert.
Magyar stammt selbst aus Orbáns rechtspopulistischer Fidesz-Partei, brach aber im Februar 2024 überraschend mit dem von ihm kritisierten System der Patronage und Korruption, das Orbán in anderthalb Jahrzehnten etabliert habe. Die von ihm gegründete Tisza-Partei liegt in Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr um acht bis zwölf Prozentpunkte vor dem Fidesz.
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Beobachtern zufolge kämpft Orbán verbissen um den Erhalt seiner derzeit fast unumschränkten Macht. Die Entourage des Rechtspopulisten scheint bei der Wahl der Mittel nicht zimperlich zu sein. So tauchten bereits mit künstlicher Intelligenz angefertigte Videos auf, in denen Magyar Sätze sagt, die er in Wirklichkeit nie gesagt hatte. Allerdings blieben alle bisherigen Versuche, den Orbán-Herausforderer zu diffamieren, wirkungslos.
dpa/jcst






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


