Epstein-Skandal: Britischer Ex-Minister unter Auflagen frei
Der Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein zieht Kreise bis in die Spitzen von Politik und Königshaus in Großbritannien. Nach der für die Royal Family heiklen vorübergehenden Festnahme des früheren Prinzen Andrew ist inzwischen auch Ex-Minister Peter Mandelson zeitweise festgesetzt worden. Schon die Ermittlungen gegen den 72-Jährigen hatten Premierminister Keir Starmer in eine schwere Regierungskrise gebracht.
Ebenso wie Andrew Mountbatten-Windsor wird Mandelson Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Nach seiner Festnahme am Montagabend durfte er die Polizeistation nach einer Befragung erst um kurz nach 1 Uhr (Ortszeit) und nur unter Auflagen verlassen. Im Schatten der Nacht wurde er auf dem Rücksitz einer Limousine nach Hause gefahren, wie beim Sender Sky News zu sehen war. Mandelson hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Hintergrund der Ermittlungen sind die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. E-Mail-Verläufe legen den Verdacht nahe, dass Mandelson nicht nur enger mit dem Multimillionär verbandelt war als zuvor bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte.
Mandelson war zu Zeiten der Krise von 2008 bis 2010 Wirtschaftsminister unter dem damaligen Premierminister Gordon Brown. Von der Starmer-Regierung war er im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt worden – obwohl seine Verbindung zu Epstein im Grundsatz bekannt war. Als immer mehr Informationen zu beiden ans Licht kamen, wurde Mandelson im September 2025 abberufen.