Die tödlichen Schüsse von ICE-Beamten auf Renee Nicole Good und Alex Pretti in Minneapolis haben in den USA zu landesweiten Protesten geführt und weltweit für Entsetzen gesorgt. Nun zeigt eine Recherche der „New York Times“: Bereits Monate zuvor haben Donald Trumps Einwanderungsbeamte einen US-Bürger in Texas erschossen.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der 23-jährige Ruben Ray Martinez wurde demnach bei einer Verkehrskontrolle auf der südtexanischen Insel South Padre erschossen, wie interne ICE-Dokumente, die der „NYT“ vorliegen, belegen. Wie bei Alex Pretti, sollen die Agenten auch auf Martinez mehrfach geschossen haben.
Auch interessant
23-jähriger US-Bürger von ICE-Beamten in Texas erschossen
Am 15. März 2025 gegen 0.40 Uhr soll sich Martinez demnach mit seinem blauen Ford einer Unfallstelle genähert haben. Zu diesem Zeitpunkt unterstützten Agenten des US-Heimatschutzministeriums die ortsansässige Polizei bei der Verkehrsregelung.
Martinez soll zunächst die Anweisungen der ICE-Beamten, den Wagen zu stoppen, nicht befolgt haben. Erst nach einer weiteren Aufforderung bremste er, woraufhin die Agenten sein Auto umzingelten. Martinez gab daraufhin erneut Gas und erfasste einen Bundesbeamten, der auf dem Dach des Wagens landete. Ein anderer Beamter schoss daraufhin mehrfach durch die Autoscheibe. Martinez wurde in eine Klinik gebracht, erlag aber später seinen Verletzungen, wie interne Dokumente belegen sollen.
Interne ICE-Dokumente machen Tötung von Ruben Ray Martinez erst öffentlich
Dass der tödliche Vorfall in Texas erst jetzt, fast ein Jahr später, publik wird, liegt daran, dass bis zur Recherche der „New York Times“ und der Akteneinsicht bisher nur die Rede von einem Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte war. Auch die Akten enthalten keine Namen. Doch der Anwalt von Martinez‘ Familie bestätigte gegenüber der „NYT“, dass das im ICE-Bericht erwähnte Opfer sein Mandant war.
Auch interessant
Auf Anfrage der „NYT“ bezeichnete das US-Heimatschutzministerium den tödlichen Vorfall als Akt der Selbstverteidigung. Die Anwälte der Familie haben daran Zweifel und erklärten, dass die Aussagen von Augenzeugen nicht mit dem Bericht übereinstimmten. Nun wollen sie sich für eine Aufklärung rund um den Tod von Ruben Ray Martinez einsetzen.






