• Nach dem Angriff auf den Iran rächt sich Teheran
  • Im Visier sind Nachbarstaaten in der Golfregion, darunter Dubai, Saudi-Arabien und Co.
  • Doch warum werden sie beschossen?

Der Nahe Osten ist erneut Schauplatz eines blutigen Kriegs. Was zunächst mit einem Angriff Israels und der USA auf den Iran begann, hat sich inzwischen auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. Zahlreiche Länder wurden von iranischen Drohnen, Raketen oder Trümmerteilen getroffen. Denn das Mullah-Regime will sich rächen – für den Angriff, aber vor allem für den Tod von Ajatollah Ali Chamenei, dem iranischen Religionsführer, durch einen israelischen Angriff. Und so nimmt Teheran auch seine Nachbarn ins Visier. Besonders betroffen sind dabei Dubai, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain und Kuwait.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Wie begründen die USA und Israel den Angriff auf den Iran?

Das iranische Regime hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es Israel als seinen Erzfeind betrachtet. Erklärtes Ziel der Mullahs ist es, den Staat auszulöschen. Um zu verhindern, dass der Iran zu stark wird – etwa, indem er Langstreckenraketen oder Atomwaffen in sein Arsenal aufnimmt –, haben Israel und die USA schon mehrfach militärisch interveniert. So auch im aktuellen Fall. Allerdings zweifeln Experten teilweise an, dass der Iran wirklich kurz davorstand, Atomwaffen herzustellen. Israel wiederum geht es vor allem darum, das iranische Raketenprogramm zu zerstören.

Welche weiterführende Strategie die USA und Israel verfolgen: unklar. Von einem Regime-Change war zuletzt in Washington nicht mehr die Rede; Experten bezweifeln vehement, dass sich so ein Machtwechsel nur mit Luftangriffen herbeiführen lässt. Bodentruppen will US-Präsident Donald Trump aber nicht einsetzen. Das wäre „Zeitverschwendung“, sagte der Präsident dem Sender NBC. Dass die Iraner sich gegen das Regime erheben, wo die letzten Demonstrationen mit Zehntausenden Toten endeten, bezweifeln Beobachter.

Warum greift der Iran auch Länder wie Dubai an?

Dubai, Teil der Vereinigten Arabischen Emirate, ist vor allem als eine glitzernde Metropole bekannt. Der Wüstenstaat ist auch die Heimat vieler bekannter Influencer, die dort die Steuervorteile und oft einen luxuriösen Lebensstil genießen. Im Zuge der aktuellen Eskalation im Nahen Osten geriet auch dieser bislang vergleichsweise sichere Ort im Nahen Osten ins Visier. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA attackierte der Iran mehrere Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Im Fokus stehen vor allem US-Militärstützpunkte. Denn: Die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten mit den USA zusammen – ähnlich, wie andere Staaten in der Region. Es wurden aber auch Hotels, Wohngebäude und Flughäfen getroffen. Zu einem Feuer kam es unter anderem am Luxushotel Burj al Arab – auf Videos war zu sehen, wie die Außenwand des Hochhauses über mehrere Stockwerke hinweg brannte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Auch am Flughafen von Dubai herrschte zeitweise Chaos: Bei einem mutmaßlichen Raketenangriff seien vier Mitarbeiter verletzt worden. Zudem habe es in einer Wartehalle geringe Schäden gegeben. Durch den Konflikt sperrten mehrere Länder zeitweise ihre Lufträume.

Auch Kuwait, Katar, der Oman und Bahrain betroffen

In der ganzen Golfregion wurden seit Ausbruch des Kriegs Hunderte Raketen und Drohnen auf eigentlich nicht beteiligte Staaten abgefeuert. Die Flugabwehr der Länder hat den Großteil der Angriffe abgefangen. Allerdings gibt es mehrere Berichte über Todesopfer, Schäden und mehrere Brände.

Die Angriffe Irans untergraben den Ruf der Golfstaaten als stabile und sichere Standorte für Investoren und Touristen. Der internationale Flugverkehr ist ebenfalls empfindlich gestört, weil vor allem Dubai als internationales Drehkreuz für Langstreckenflüge fungiert.

Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe

Golfstaaten verurteilen iranische Angriffe und drohen mit Gegenmaßnahmen

Die Golfstaaten verurteilen die Angriffe des Irans auf ihre Gebiete und betonen ihr Recht auf Selbstverteidigung. Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten an, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit, Stabilität und den Schutz ihrer Bürger zu gewährleisten.

Bislang haben die Golfstaaten die Angriffe des Irans nur abgewehrt, aber nicht zurückgeschlagen. Die USA und eine Gruppe arabischer Staaten verurteilten Irans Gegenangriffe in einer gemeinsamen Erklärung. Diese stellten eine gefährliche Eskalation dar, die die Souveränität mehrerer Staaten verletze und die regionale Stabilität gefährde, erklärte das US-Außenministerium. 

pau mit Agenturen