Im Iran-Krieg steht ein Gewinner schon fest: Der Rüstungsindustrie winken üppige neue Aufträge. Nachdem die US-Streitkräfte bei ihren Angriffen auf den Iran nach Expertenschätzungen allein in den ersten 100 Stunden Munition im Wert von über drei Milliarden Euro verschossen hatten, hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, amerikanische Rüstungsfirmen wollten die Produktion hoch entwickelter Waffen vervierfachen. Wichtige Abnehmer dürften die Golfstaaten sein, die bald auch in Europa anklopfen werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Damit wird sich jetzt ein weltweiter Trend beschleunigen, den das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem neuen Report dokumentiert: Die weltweiten Rüstungslieferungen nehmen angesichts der internationalen Spannungen stark zu, so der Bericht, der am Montag veröffentlicht wird und unserer Redaktion vorab vorlag. Deutschland und Europa spielen dabei global eine immer größere Rolle, als Käufer von Waffen ebenso wie als Waffenexporteure.

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Deutschlands wichtigste Abnehmer: Ukraine, Ägypten und Israel

Deutschland mit seinen Rüstungskonzernen wie Rheinmetall, TKMS oder Hensoldt hat sich dem Report zufolge von Platz fünf auf Platz vier der weltgrößten Waffenexporteure vorgearbeitet – hinter den USA, Frankreich und Russland, aber noch vor China. Im Zeitraum von 2021 bis 2025 stieg der deutsche Anteil am weltweiten Rüstungsexport auf 5,7 Prozent, im vorangegangenen Fünfjahreszeitraum waren es 5,4 Prozent. Wichtigste Abnehmer deutscher Rüstungsgüter waren die Ukraine, Ägypten und Israel. Die Geschäftsaussichten sind glänzend: Deutsche Rüstungsunternehmen haben laut Sipri Bestellungen oder erwartete Aufträge für 34 Kriegsschiffe, 422 Panzer, 78 Artillerie-Systeme und über 1000 gepanzerte Fahrzeuge in den Orderbüchern.

Die europäischen Staaten zusammen waren zwischen 2021 und 2025 für 28 Prozent der globalen Waffenexporte verantwortlich. Aber: Ihr Anteil am Import lag noch höher, mit 33 Prozent am Waffentransfer ist Europa weltweit die Spitzenregion bei Rüstungsbeschaffungen. Dabei spielt der Ukraine-Krieg eine zentrale Rolle – weil die Ukraine weiter der größte Waffenimporteur ist, aber auch, weil die europäischen Staaten als Antwort auf die russische Aggression in Osteuropa aufrüsten.

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Hauptwaffenlieferant der Europäer sind die USA

Hauptlieferant der Europäer sind weiter die Rüstungskonzerne der Vereinigten Staaten, die im Fünfjahreszeitraum für 48 Prozent aller Importe verantwortlich waren. Sipri-Forscherin Katarina Djokic sagt: „Obwohl europäische Unternehmen ihre Waffenproduktion hochgefahren haben und die Europäische Union dies fördert, haben europäische Staaten ihre Importe aus den USA fortgesetzt, vor allem bei Kampfjets und weitreichenden Luftabwehrsystemen.“ Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten haben die USA auch mehr ihrer Waffen nach Europa als in den Nahen Osten geliefert – ein Trend, der sich nun vermutlich wieder umkehrt.

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Insgesamt hat das Volumen der weltweiten Waffentransfers um zehn Prozent zugenommen, vergleicht man die Jahre 2021 bis 2025 mit den fünf Jahren zuvor. Mit weitem Abstand an der Spitze stehen die USA mit einem Anteil von 42 Prozent an den weltweiten Rüstungsexporten. Dahinter kommt Frankreich mit einem Anteil von 9,8 Prozent. Und die Auftragsbücher von US-Waffenschmieden sind weiter gut gefüllt: Laut Sipri-Report liegen ihnen Bestellungen über 936 Kampfjets, 254 Kampfhubschrauber, 229 Panzer, 55 Flugabwehrsysteme und 803 Artilleriesysteme vor.