„Weltuntergangsflugzeug“ – bei dem Begriff kann man die Sorgenfalten förmlich wachsen sehen. Bevor die Angst davongaloppiert, lohnt eine Präzisierung: Öffentlich bestätigt ist bislang nicht durch US-Stellen, dass Präsident Donald Trump eine E-6B Mercury tatsächlich in den Nahen Osten verlegt hat. Auf den offiziellen Übersichten zur „Operation Epic Fury” und den jüngsten Pentagon-Auftritten zum Iran-Krieg taucht die Maschine bisher jedenfalls nicht ausdrücklich auf.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Reporternachfragen nach dem zwischenzeitlich von Flugbeobachtungsportalen im Nahen Osten gemeldeten Einsatz der Maschine der US-Marine, die für den Fall einer nuklearen Kommandokette ausgelegt ist, wurden auch am Dienstag vom Verteidigungsministerium „aus Gründen der Operationssicherheit“ abgewiesen.
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Tatsache ist, dass Anfang März zwei E-6B-Mercury-Trainingsflüge über den USA gesichtet wurden. Einer, der von der Golfküste aus startete und auf der Naval Air Station Patuxent River in Maryland landete. Ein anderer, der von der Offutt Airforce Base in Nebraska abhob und später dort wieder landete.
E-6B hält den Kommunikationsdraht zu den Atom-U-Booten
Die US-Marine beschreibt die E-6B als fliegenden Gefechtsstand für die nukleare Befehls-, Kontroll- und Kommunikationskette, kurz NC3, also als System zwischen Präsident, Verteidigungsminister und dem Strategic Command.
Hinter dem harmlosen Kürzel TACAMO – „Take Charge And Move Out“ – verbirgt sich ihre eigentliche Kernaufgabe. Sie hält den Kommunikationsdraht zu den amerikanischen Atom-U-Booten und kann in der B-Version zusätzlich über das Airborne Launch Control System sogar landgestützte Interkontinentalraketen ansprechen.
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Eckdaten: knapp 47 Meter lang, Höchstgeschwindigkeit 981 km/h, maximale Flughöhe 12.800 Meter, Reichweite knapp 12.000 Kilometer, in der Luft betankbar, Kostenpunkt: 140 Millionen US-Dollar pro Stück.
Das US-Militär holt die Spezialmaschinen, die mit jeweils 22 Crew-Mitgliedern besetzt sind, zu Bereitschaftsübungen, Trainingszwecken oder um Stärke zu demonstrieren, aus dem Hangar – ohne sie tatsächlich zur Koordinierung von Angriffen einzusetzen.
Strategisch ist ein Signal der Absicherung
Sind atomare Ängste dennoch im aktuellen Fall – mögliches Einsatzgebiet Iran – berechtigt? Zweck dieser Maschinen ist nicht die Eskalation um ihrer selbst willen. Sondern die Vermeidung eines Führungs- und Kommunikationsvakuums. Oder, wie ein offizieller Navy-Text es formuliert: Es gebe „nie einen Moment”, in dem der Präsident nicht mit den Nuklear-Streitkräften verbunden sei.

Beruhigend klingt das nicht. Aber strategisch ist es eher ein Signal der Absicherung als des unmittelbar bevorstehenden Weltendes.
Wann wurde die E-6B zuletzt eingesetzt? Öffentlich dokumentiert zuletzt am 5. November 2025. Damals nutzten Airmen der 625th Strategic Operations Squadron eine E-6B, um einen Teststart einer unbewaffneten Minuteman-III-Rakete auszulösen. Im April 2025 war das System ebenfalls geprüft worden. Ein Offizier formulierte damals den Sinn dieser Flüge bemerkenswert offen. Die E-6B garantiere, dass im Ernstfall die nukleare Führung in Washington „unerwartete Bedrohungen überleben” kann.
Die E-6B-Version, erweitert um Hochfrequenz-Kommunikationsanlagen, gibt es seit Ende der 90er Jahre. Sie trägt den Codenamen „Looking Glass“ – das ist der strategische Luftkommandoposten des Militärs, der den Abschuss von Interkontinentalraketen ermöglicht.









