Was Finnland von Deutschland abhebt, lässt sich leider nicht so einfach kopieren. Zum neunten Mal in Folge führt Finnland den weltweiten Glücksreport an. Deutschland hat sich dabei deutlich verbessert: von Platz 22 auf Platz 17.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Hinter dem Glück der Finninnen und Finnen steckt eine Mentalität, die sich schwer übersetzen lässt. Auf Finnisch heißt es sisu – die stille, zähe Widerstandskraft, geboren aus Jahrhunderten unter fremder Herrschaft und einer bis heute spürbaren Bedrohung durch den östlichen Nachbarn. Kein Zufall also, dass Finnland genau bei den Faktoren punktet, die im Report am stärksten mit Wohlbefinden korrelieren: gesellschaftliches Vertrauen, Gemeinschaftsbindung und funktionierende Institutionen.

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Aino Akay ist Volontärin in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Genau diese Qualitäten leiden unter dem Einfluss sozialer Medien, auf denen der Schwerpunkt des Berichts dieses Jahr liegt. Die Befunde sind eindeutig: Intensive Nutzung algorithmischer Plattformen geht mit niedrigerer Lebenszufriedenheit einher.

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Auch Finnland kämpft mit sozialen Problemen wie Einsamkeit oder psychischen Erkrankungen. Doch die Bereitschaft, diese Probleme ernst zu nehmen, unterscheidet sich. Die Demokratie ist in Finnland nicht selbstverständlich – erst seit 1917 unabhängig, wissen die Finnen, dass sie verteidigt werden muss. Auch im Netz. Das spiegelt sich in einer politischen Kultur, die den Schutz von Kindern und die Investition in Bildung nicht als Randthema begreift, sondern als Staatsaufgabe. Ob Deutschland bereit ist, diesen Schritt zu gehen – das ist die eigentliche Frage hinter Karin Priens Vorstoß zur Regulierung sozialer Medien.