Nein, Studis sind nicht faul, nur weil sie länger studieren. Und nein, Studierende überschreiten die Regelstudienzeit nicht aus Spaß an der Freude. Denn wer heute in Thüringen studiert, navigiert Pandemie‑Folgen, steigende Lebenshaltungskosten, ein zähes BAföG und Studienpläne, die mit seltenen Pflichtterminen und Überschneidungen realitätsfern sind. Eine Maximalstudiendauer setzt genau dort an, wo die Symptome sichtbar werden – und ignoriert die Ursachen.
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Studium unter Druck: Nebenjobs und Zeitmangel gefährden Abschlüsse
Die Folgen liegen nahe: mehr Druck, mehr Nebenjobs, weniger Zeit fürs Studium – und am Ende mehr Abbrüche. Das hilft niemandem: nicht den Hochschulen, nicht der Wirtschaft, vor allem nicht den Studierenden. Dabei ist ein abgeschlossenes Studium in Regelzeit noch lange kein Garant für späteren beruflichen Erfolg. Ob man einen Job bekommt, hängt weit weniger davon ab, wie schnell man durch das Studium gekommen ist, als viel mehr davon, ob man im Ausland gelebt, Praktika gemacht oder sich nebenbei ehrenamtlich engagiert hat. Und das braucht eben Zeit.
Wer trotzdem auf „schneller“ pocht, muss erst die Bedingungen dafür schaffen. Und warum bei der Umsetzung nicht mal auf die Studierenden hören? Sie wissen am besten, woran es mangelt und wo es Nachholbedarf braucht: mehr Prüfungsversuche und ‑termine, verlässliche Anerkennung von Leistungen, planbare Stundenpläne. Dazu ein Studierendenwerk, das bezahlbares Wohnen, psychologische Beratung und Mensapreise stemmen kann. Und nicht zu vergessen: ein BAföG, das ankommt, bevor die Mietzahlung fällig ist. Damit wäre den Studierenden weit mehr geholfen, als lediglich den Druck zu erhöhen.




