24 Stunden vor Ablauf seines Ultimatums zur Öffnung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump den Ton gegenüber Teheran weiter verschärft. „Der Iran könnte in einer Nacht ausgeschaltet werden, und diese Nacht könnte morgen sein“, sagte Trump zum Auftakt einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Am heutigen Ostermontag würden die US-Streitkräfte mehr Angriffe fliegen als an jedem anderen Tag seit Kriegsbeginn, erklärte Pentagon-Chef Pete Hegseth bei derselben Veranstaltung. „Morgen werden es noch mehr sein“, betonte der „Kriegsminister“. Trump wies dann darauf hin, dass in den vergangenen fünf Wochen Kampfjets und Raketen 13.000 Ziele im Iran getroffen haben. „Das hat es in der Geschichte noch nie gegeben“, schwärmte der Präsident.
Auch interessant
Trump wiederholte seine Überzeugung, dass es sich bei der Militäraktion um einen rauschenden Erfolg handelt. „Militärisch gesehen war dieses eines der besten Osterfeste aller Zeiten“. Auf seine Drohgebärden vom Wochenende ging der Präsident nicht näher ein. Am Ostersonntag hatte Trump auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ geschrieben: „Öffnet die fu......ing Straße von Hormus, Ihr verrückten Bastarde, sonst werdet Ihr in der Hölle leben!“. Die von Trump gesetzte Frist zur Öffnung der Handelsstraße läuft am Dienstag um 20 Uhr Washingtoner Zeit, also 2 Uhr morgens deutscher Zeit am Mittwoch, ab.
Scharfe Kritik: Trump wirft Deutschland und Nato mangelnde Unterstützung vor
Ungeachtet der Dementis seitens des Mullah-Regimes wiederholte der Präsident, dass „wir weiter verhandeln, und wie ich vermute, verhandeln beide Seiten in gutem Glauben“. Sollten die Gespräche aber wieder im Sande verlaufen, gab er einen Vorgeschmack auf die möglichen Konsequenzen. „Ich hoffe nicht, dass ich Brücken und Kraftwerke sprengen muss“, sagte Trump.
Sollte sich Teheran aber nicht dem Druck aus Washington beugen, „dann werden sie halt keine Brücken und Kraftwerke mehr haben“. Eine Frage danach, ob er auch Schulen, Krankenhäuser oder andere zivile Ziele attackieren würde, wies Trump zurück. „Das will ich ihnen nicht sagen, aber wir haben einen konkreten Plan, und der könnte in vier Stunden ausgeführt und abgeschlossen werden“
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Auch konnte er sich Hiebe gegen die Nato und konkret Deutschland nicht verkneifen. Von der mangelnden Bereitschaft anderer Mitglieder des Verteidigungsbündnisses, Hilfestellung zu leisten, sei er „zutiefst enttäuscht“, sagte Trump. Erneut bezeichnete er die Nato als „Papier-Tiger“. Dann spielte er auf den Marshall-Plan an, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft führte.
Die USA hätten Deutschland immer geholfen. Jetzt aber würden die Deutschen zur Krise in Nahost sagen: „Das ist nicht unser Krieg“. Die Bundesregierung habe von ihm vorher „alles über den Krieg wissen wollen. Wenn ich das getan hätte, dann hätte Deutschland diese Informationen durchsickern lassen“. Auch sparte er nicht mit Kritik an anderen Ländern. „Weder Japan noch Südkorea oder Australien haben uns geholfen“, schimpfte der Präsident.

Rettungsaktion im Fokus: US-Militär befreit Piloten aus dem Zagros-Gebirge
Den größten Teil des fast eineinhalbstündigen Auftritts im rappelvollen Presseraum des Weißen Hauses widmete Trump den Rettungsaktionen für zwei US-Kampfpiloten. Zutiefst irritiert zeigte er sich über einen Maulwurf in den Reihen des Militärs oder der Geheimdienste. Dieser hatte vertrauliche Informationen über die Bergung des ersten Piloten in die Medien lanciert. „Wir fahnden nach ihm, und wenn wir ihn haben, wird er im Gefängnis landen“, sagte der Präsident.
Das Abenteuer, das zur Rettung des zweiten Piloten führte, nannte er „eine der größten und qualvollsten Bergungsaktionen in der Geschichte“. Beigetragen hätten dazu insgesamt 155 Militärflugzeuge und mehr als 200 Soldaten. Drei Tage lang habe sich der Pilot in dem Zagros-Gebirge in der Nähe der Stadt Isfahan versteckt. Er sei immer höher geklettert, um die Chancen zu erhöhen, dass er gefunden werden kann. Zwischenzeitlich streuten die US-Geheimdienste Fehlinformationen, um Irans Streitkräfte, die ebenfalls nach dem Piloten fahndeten, irrezuführen.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Als der vermisste Pilot schließlich ein Signal hatte, sprach er in seinen Transponder das Kennwort „Gott ist gut“. Am Ostersonntag wurde er geborgen und ist mittlerweile wieder sicher in den USA und bei seiner Familie eingetroffen. Besonders stolz war der Präsident auf die Tatsache, dass bei der Bergung des Soldaten mehrere Hundert US-Truppen hätten sterben können, „wir aber Null Todesopfer hatten. Eine potenzielle Tragödie wurde stattdessen zu einem großen Erfolg“.










