Die Botschaft aus Thüringen trifft einen wunden Punkt der digitalen Gesellschaft. Es ist der Versuch, ein Gerechtigkeitsproblem endlich ernst zu nehmen.
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Viele Influencer leben seit Jahren in einer wirtschaftlichen Grauzone, die man im analogen Geschäftsleben nie akzeptieren würde. Wer ein Café betreibt oder einen Handwerksbetrieb führt, kann sich nicht darauf berufen, dass Einnahmen „schwer nachvollziehbar“ seien oder teilweise „über das Ausland laufen“. Genau das aber passiert im Social-Media-Business regelmäßig. Oft nicht aus krimineller Energie. Es ist häufig eine Mischung aus Naivität, Intransparenz und einem System, das lange nicht kontrolliert wurde.
Digitale Steuerhinterziehung: Thüringer Task Force geht dagegen vor
Die Thüringer Task Force ist eine notwendige Antwort auf eine digitale Realität, die der Staat ignoriert hat. 100.000 Datensätze, internationale Zahlungsflüsse, Einnahmen in Form von Geld, Produkten oder Dienstleistungen. Das ist längst kein Hobby mehr, es ist ein lukrativer Wirtschaftszweig. Aus diesem Grund ist es höchste Zeit, dass der Fiskus durchgreift.
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Wer jetzt reflexhaft „Neid-Debatte“ oder „Abzocke“ ruft, verkennt das eigentliche Problem: Influencer sollen nicht klein gehalten, es müssen gleiche Regeln für alle durchgesetzt werden. Wenn laut Schätzungen in anderen Bundesländern dem Staat hunderte Millionen Euro an Steuern verloren gehen, reden wir nicht über Peanuts. Es handelt sich um eine strukturelle Schieflage. In Thüringen sind die Beträge zwar geringer. Aber dass hierzulande bisher kaum Fälle bekannt sind, zeigt nicht, wie klein das Problem, sondern wie groß das Dunkelfeld ist.




