Ist es nur eine weitere Drohgebärde aus dem Kreml oder stecken dahinter ernste Absichten? Das russische Verteidigungsministerium hat bei Telegram eine Liste mit 21 Drohnen-Herstellern veröffentlicht, die für die Ukraine „Kampfdrohnen und deren Komponenten“ herstellen, darunter auch zwei in München ansässige Firmen und ein Zulieferer aus Hanau. Ex-Präsident Dmitri Medwedew erklärte bei X dazu: „Die Liste europäischer Produktionsstätten für Drohnen und andere Ausrüstung ist eine Liste potenzieller Ziele der russischen Streitkräfte.“
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Russland erklärt Länder der beheimateten Drohnenhersteller zu „ukrainischem Hinterland“
Die bei Telegram veröffentlichte Mitteilung macht deutlich: Russland hat ausländische Rüstungsfirmen, die Wolodymyr Selenskyj und sein Land im Ukraine-Krieg mit Drohnen beliefern, im Visier. So spricht das Ministerium von einer „scharfen Eskalation der militärpolitischen Lage auf dem gesamten europäischen Kontinent“ und erklärt die gelisteten Produktionsländer zum „strategischen Hinterland der Ukraine“.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Wann es zu Angriffen kommt, hängt von den weiteren Entwicklungen ab. Schlaft gut, europäische Partner!“, kommentierte Medvedew bei X. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) äußerte sich gegenüber dem Recherchenetzwerk Correctiv zwar nicht konkret zur erschienen Liste, warnte jedoch, dass Rüstungsunternehmen „besonders mit Beziehungen zur Ukraine“ auch in Deutschland im Fokus russischer Geheimdienste stünden.
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Tschechien bestellt russischen Botschafter ein
Der tschechische Außenminister Petr Macinka hatte nach den Drohgebärden aus Moskau gegen europäische Rüstungshersteller den russischen Botschafter einbestellt. Man fordere eine Erklärung zu den jüngsten Verlautbarungen des russischen Verteidigungsministeriums und des Ex-Präsidenten Medwedew, teilte ein Sprecher mit.
„Die Äußerungen richten sich gegen mehrere tschechische Firmen, die als mögliche Ziele russischer Angriffe bezeichnet wurden“, hieß es in Prag. In Tschechien betroffen sind unter anderem ein Hersteller von Turbinentriebwerken für Drohnen und unbemannte Flugzeuge sowie ein Produzent von Kamikaze-Drohnen. Die Liste führt zudem zahlreiche weitere Drohnenhersteller auf, unter anderem aus Italien, Spanien, Dänemark und Litauen.
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Die Aussagen des russischen Verteidigungsministeriums erfolgten vor dem Hintergrund weiterer Hilfszusagen an Kiew bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine „strategische Partnerschaft“ vereinbart, die auch militärische Komponenten beinhaltet.
mit dpa









