• Einem Bericht zufolge will die Trump-Administration Italien zur WM holen
  • Das Land hatte sich für das Turnier nicht qualifiziert
  • Die Reaktion aus Europa erfolgte prompt

Aus sportlicher Sicht hat es für die Fußball-WM nicht gereicht, doch nun bekommen die Italiener Rückendeckung aus der Politik. Wie die „Financial Times“ berichtet, wollen die USA den Iran von der diesjährigen WM ausschließen und stattdessen Italien zulassen. Die Zeitung beruft sich dabei auf Aussagen von Paolo Zampolli, ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump. Die Weltmeisterschaft wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Ich kann bestätigen, dass ich Trump und (Fifa-Präsident Gianni) Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt“, sagte Zampolli demnach. Er sei italienischer Abstammung. Für ihn sei es „ein Traum“, wenn Italien bei einem Turnier vertreten sei, das in den USA stattfinde. „Mit vier Titeln haben sie die Reputation, die eine Aufnahme rechtfertigt.“

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Es kommt allerdings noch kurioser: So heißt es bei der FT weiter, dass durch die Einwechslung Italiens das angeschlagene Verhältnis von Trump zu Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni repariert werden könne. Die beiden Staats- und Regierungschefs hatten sich im Anschluss an die Attacken von Trump auf Papst Leo XIV zuletzt gegenseitig mit Kritik überzogen. Der Sport und seine Regularien verkommen dabei offenbar zur bloßen Verhandlungsmasse für die US-Regierung.

Die italienische Regierung reagierte wenig später pikiert auf den Vorschlag: Sportminister Andrea Abodi verwies zur Begründung darauf, dass sich Italien nicht für das im Sommer unter anderem in den USA stattfindende Turnier qualifiziert habe und ihm eine Teilnahme deshalb nicht zustehe. „Erstens, es ist nicht möglich. Und zweitens ist es nicht angebracht – man qualifiziert sich auf dem Rasen“, sagte Abodi laut Berichten der italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und AGI zu dem US-Vorschlag.

Iran: Darf ein Kriegsgegner der USA an der WM teilnehmen?

Irans Teilnahme an der WM war wegen des Krieges mit den USA bereits in den vergangenen Wochen infrage gestellt worden. Fifa-Präsident Infantino hatte zuletzt aber bekräftigt, dass der Iran „auf jeden Fall“ an der WM teilnehmen werde. „Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher“, sagte Infantino auf dem „Invest in America Forum“ des Fernsehsenders CNBC. Er betonte, wie wichtig die Teilnahme des Landes sei.

News aus den USA

Die drei Vorrundenspiele des Irans gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten sind in Seattle und nahe Los Angeles geplant. Den Wunsch des Irans, die Spiele nach Mexiko zu verlegen, hatte die Fifa abgelehnt. Italien hatte sich erneut nicht für die Fußball-WM qualifizieren können. Die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli.

lro/dpa