Der britische König Charles III. hat während seiner Rede vor dem US-Kongress Meinungsäußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen. Ohne Trumps Namen in diesem Kontext zu nennen, betonte der Monarch die Bedeutung der Nato, insbesondere auch im Krieg in der Ukraine. Es sei „dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit“ erforderlich, die von den Verbündeten unter anderem in den Weltkriegen, im Kalten Krieg sowie in Afghanistan gezeigt worden sei, sagte der König. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder damit kokettiert, die US-Mitgliedschaft in der Nato zu beenden. Zudem hat Trump immer wieder die US-Verantwortung im Ukraine-Krieg infrage gestellt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Natur bezeichnete Charles als „unser wertvollstes und unersetzliches Gut“. Unsere Generation müsse entscheiden, wie dem Zusammenbruch kritischer Ökosystem begegnet werden könne. Dieser bedrohe weit mehr als die Harmonie und die unverzichtbare Vielfalt der Natur. „Wir ignorieren auf eigene Gefahr“, dass diese natürlichen Systeme die Grundlage für Wohlstand und Sicherheit bildeten, sagte der König. Charles sprach damit den Klimawandel an, den Trump praktisch leugnet.

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In seiner Rede betonte Charles aber auch, dass trotz mancher Differenzen in der Vergangenheit „unsere beiden Länder immer wieder Wege gefunden haben, zusammenzukommen“.

Trump hielt sich bei Empfang zurück

Zuvor hatte US-Präsident Trump den britischen König Charles und Königin Camilla bei Regen auf dem Rasen des Weißen Hauses empfangen. „Was ein wundervoll britischer Tag“, witzelte Trump zu Beginn seiner Ansprache vor allerlei Regierungsvertretern und Militärs. Es sei eine „große Ehre“, das Königspaar zu empfangen.

Trump vermied bei dem offiziellen Auftritt, der in Großbritannien große Beachtung fand, jegliche Spitzen gegen die aktuelle britische Regierung, die er im Verlauf des Iran-Kriegs immer wieder mit dem Vorwurf der mangelnden Unterstützung scharf kritisiert hatte. Stattdessen schien der US-Präsident den königlichen Glanz zu genießen – ähnlich wie bei seinem eigenen Staatsbesuch im Vereinigten Königreich im vergangenen September. 

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„Wir teilen dieselben Wurzeln, sprechen dieselbe Sprache, teilen dieselben Werte“, sagte der Republikaner. Gemeinsam hätten „unsere Krieger dieselbe außergewöhnliche Zivilisation unter dem Schutz der Farben Rot, Weiß und Blau verteidigt.“ Der königliche Besuch in den USA steht im Zeichen der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.

Der jetzt alte Charles lächelte während Trumps Rede immer wieder. Der Staatsbesuch des Monarchen war vor der Abreise als diplomatischer Drahtseilakt bewertet worden. Schon bei der Ankunft hatten König und Königin aber ein erstes Zeichen gesetzt. Camilla, gekleidet ganz in Rosa, trug eine Brosche, die die Flaggen beider Nationen eng miteinander verschlungen zeigt. 

King Charles III And Queen Camilla State Visit Continues In Washington DC
Charles und Trump im Oval Office.© Getty Images | Pool

Im Vereinigten Königreich, dem die besondere Beziehung zu den USA immer wichtig ist, ist vom schwierigsten Staatsbesuch in der bisherigen Amtszeit des Königs die Rede. Dass Trump großer Fan der Royals und entsprechend positiv gestimmt ist, ist zwar bekannt – der US-Präsident gilt aber eben auch als unberechenbar.

Die ersten eineinhalb Tage gingen zumindest öffentlich ohne besondere Vorkommnisse und Fehltritte zu Ende. Schon am Montag tauschten sich Trump und Charles gut gelaunt aus und posierten mit Melania und Camilla für ein Foto. Da schien über Washington auch die Sonne. Darauf folgten eine traditionell britische Teestunde und eine Gartenparty bei der britischen Botschaft.

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Trotz Forderungen kein Treffen mit Epstein-Opfern

Am Mittwoch geht es für Charles und Camilla weiter nach New York. Dort wollen die Royals unter anderem Rettungskräfte und Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 treffen. Letzte Station der USA-Reise ist Virginia, wo Charles und Camilla mit Vertretern der amerikanischen Ureinwohner zusammentreffen wollen.

Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wies der Palast im Vorfeld des Staatsbesuchs ab. Charles jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew (66), war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

awe, daw, dpa