In der internationalen Diplomatie sind Worte, die nicht gesagt wurden, manchmal besonders wertvoll. Leider hat Friedrich Merz nicht danach gehandelt und völlig ohne Not vor Schülerinnen und Schülern im heimatlichen Sauerland wortreich eine „Demütigung“ beschrieben, die der Iran der amerikanischen Regierung beigebracht habe.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Diese Feststellung – mag sie auch noch so richtig sein – hilft niemandem, hat aber die besonders empfindliche Stelle von Donald Trump voll getroffen. Er sieht sein Ansehen als „Kriegsherr“ beschädigt und macht, was niemanden überraschen kann, der Trump kennt. Er will Deutschland abstrafen, indem er amerikanische Soldaten abzieht. Diese „Strafe“ wäre allerdings noch unklüger als die Demütigungs-Rhetorik des Kanzlers im Carolus-Magnus-Gymnasium von Marsberg.
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Dieser Abzug von Soldaten träfe nämlich nicht nur die Sicherheit Deutschlands, sondern auch die der Amerikaner. Die Bundesrepublik ist auf dem europäischen Festland der älteste und sicherste Verbündete mit der effizientesten Infrastruktur und Logistik. Viele US-Militäroperationen wären ohne die eigene Basis in Ramstein unmöglich gewesen.
Unzähligen US-Soldaten wurde nach gefährlichen Auslands-Einsätzen in Operationssälen auf deutschem Boden das Leben gerettet. Die militärische Infrastruktur der USA braucht Deutschland und würde durch einen Abzug deutlich geschwächt. Das sollten die US-Generäle ihrem Oberbefehlshaber dringend erklären.

Und es wäre klug, wenn der Kanzler zu seinem besonnenen Kurs im Umgang mit dieser schwierigen US-Administration zurückkehren würde. Es steht nämlich viel mehr auf dem Spiel als die Frage, wer recht hat oder wer als der klügere Stratege dasteht.






