An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea gibt es mutmaßlich militärische Veränderungen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un soll am Sonntag mit ranghohen Kommandeuren über die „Politik der territorialen Verteidigung“ seiner kommunistischen Regierungspartei gesprochen haben. Diese Politik soll wohl darauf abzielen, die Grenze in eine uneinnehmbare Festung zu verwandeln. Kim soll wichtige Militärvertreter daraufhin angewiesen haben, die Grenze zu Südkorea massiv zu verstärken. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Diese veröffentlichte auch ein Bild von Kim vor Kommandeuren in Paradeuniform. KCNA zufolge sprach der Machthaber ihnen gegenüber von einer „großen Veränderung“, um einen Krieg abzuwenden. Die Kommandeure sollten demnach ihre „Haltung gegenüber dem Erzfeind“ schärfen, sagte Kim demnach offenbar unter Anspielung auf Südkorea. 

Nordkorea: Kim will Militär modernisieren und Kriegsabwehr stärken

Dem Bericht zufolge erörterte Kim mit den Armeevertretern „Pläne zur Stärkung der Fronttruppen und anderer wichtiger Einheiten in militärisch-technischer Hinsicht als wichtige Entscheidung zur effektiveren Kriegsabwehr“. Projekte zur Modernisierung des Militärs sollten „beschleunigt werden, um das Einsatzkonzept in allen Bereichen neu zu definieren“, wurde Nordkoreas Machthaber zitiert.

Das Treffen mit den Armeevertretern erfolgte vor dem Hintergrund einer verschärften Haltung gegenüber Südkorea. Erst kürzlich gab Kim bekannt, in welchem Falle er eine nukleare Vergeltung auslösen würde. Im März bezeichnete der Machthaber Südkorea als „den uns am meisten feindlich gesinnten Staat“.

In den vergangenen Jahren ließ die Führung in Pjöngjang bereits Straßen und Eisenbahnlinien, die es mit dem Süden verbanden, zerstören und ließ Berichten zufolge Barrieren nahe der Grenze errichten. Zuletzt rief Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zu Gesprächen mit dem Norden auf, um „die Blume des Friedens zum Blühen zu bringen“. Nordkorea ging aber nicht auf das Gesprächsangebot ein.

Russland und Nordkorea intensivieren militärische Zusammenarbeit

Dem Experten Hong Min vom Korea Institute for National Unification zufolge spiegeln Kims Anweisungen Erfahrungen aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine wider. Dazu gehören ihm zufolge „Drohnenkriegsführung, Präzisionsangriffe, hybride Kriegsführung und mehrdimensionale Schlachtfelder, wie sie im Ukraine-Krieg und in den Konflikten im Nahen Osten zu beobachten sind“. Kims Pläne deuteten zudem auf ein „multidimensionales Einsatzkonzept“ hin, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Nordkorea und Russland sind seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine vor mehr als vier Jahren enger zusammengerückt. Pjöngjang hat Truppen und Waffen für den Krieg in der Ukraine nach Russland geschickt. Zudem entsandte Pjöngjang nach Angaben der Geheimdienste Südkoreas und westlicher Staaten tausende Soldaten, die an der Seite der russischen Armee kämpfen. Um auch die militärische Unterstützung zu vereinfachen, wird derzeit zwischen Russland und Nordkorea eine Straßenbrücke gebaut.

ppe mit dpa