Wenn Jeff Landry eine Märchenfigur wäre, dann wohl der Wolf in „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“. Wie der fiktionale Canis Lupus sollte Trumps Sondergesandter für Grönland Kreide fressen, damit er mit sanfter, schmeichelnder Stimme die Verantwortlichen in der Inselhauptstadt Nuuk umgarnen kann. „Reise dorthin und finde so viele Freunde, wie du nur kannst“, habe ihm Trump als Botschaft mit auf den Weg gegeben, sagte Landry, der im Hauptberuf Gouverneur von Louisiana ist, nach seiner Ankunft am Sonntag dem örtlichen Fernsehsender DR. Am Montagnachmittag kann man zusammenfassend sagen: Hat so mittelgut geklappt.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Am Montag stand für Landry ein Treffen mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen auf dem Programm. Der sah nach seiner Unterredung mit dem Gast aus den Vereinigten Staaten keine Veränderung der US-Position im Streit um die arktische Insel. Er sei mit dem US-Gesandten „in einem positiven Geist und mit großem gegenseitigen Respekt“ ins Gespräch gekommen, sagte Nielsen am Montag. Das Gespräch sei „konstruktiv“ gewesen, aber es habe „keine Anzeichen“ für eine veränderte Haltung der USA gegeben. 

Grönlands Außenminister sicher: Standpunkt der USA hat sich nicht verändert

„Wir haben unmissverständlich bekräftigt, dass die Bevölkerung Grönlands nicht zum Verkauf steht und die Grönländer das Recht auf Selbstbestimmung haben“, betonte Nielsen. Auch Grönlands Außenminister Mute Egede sagte, die US-Regierung habe ihr Vorhaben, die Insel zu übernehmen, nicht aufgegeben. „Wir haben unsere roten Linien. Auch der Standpunkt der Amerikaner hat sich nicht verändert“, sagte der Außenminister.

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Dabei hatte sich Landry im Vorfeld alle Mühe gegeben und auf seinen Südstaaten-Charme gesetzt. „Ich liebe es – es ist großartig“, säuselte der 55-Jährige, als er am Sonntag am Flughafen von Nuuk zu seinem ersten Eindruck von Grönland gefragt wurde. „Ich bin nur hier, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören, zu lernen und zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark auszubauen“, fügte Landry hinzu. Wir erinnern uns: Wolf, Kreide, Freunde finden.

Die Grönländer ließen sich von Landrys Charmeattacke offenbar nicht beeindrucken. Sie dürften noch Trumps wüste Drohungen in den Ohren haben. Noch vor wenigen Monaten hatte der US-Präsident angekündigt, die Insel notfalls mit Gewalt für die USA übernehmen zu wollen. Vom Säbelrasseln nahm Trump erst Ende Januar nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte Abstand. Stattdessen setzten die USA, Dänemark und Grönland eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Die dürfte noch viel Arbeit vor sich haben.

tok/AFP/dpa