Nach dem Militärschlag gegen sich greift Russland zur verbalen Attacke. Am Wochenende hatte die Ukraine Ziele weit im russischen Hinterland mit Drohnen angegriffen. Auch in Moskau wurden Ziele getroffen. Nun richtet Russland scharfe Drohungen an Lettland. Der russische Auslandsgeheimdienst SWR erklärte, die „Koordinaten der Entscheidungszentren“ Lettlands seien bekannt. Die Nato-Mitgliedschaft werde „Helfer von Terroristen“ nicht vor „gerechter Vergeltung“ schützen, heißt es aus Moskau.
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Russland beschuldigt Lettland, Drohnenangriffe der Ukraine zu dulden
Der SWR wirft Lettland zudem vor, ukrainische Drohnenangriffe zu unterstützen und Starts direkt von lettischem Gebiet zuzulassen. Zudem behauptet der Geheimdienst, ukrainische Drohneneinheiten seien auf mehreren lettischen Militärbasen stationiert. Lettlands Präsident Edgars Rinkevics weist das Ganze jedoch entschieden zurück. Er bezeichnet die Vorwürfe Russlands über eine angebliche Nutzung des lettischen Luftraums durch die Ukraine schlichtweg als „Lügen“.

Auf der anderen Seite haben die Streitkräfte Lettlands am Wochenende Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieß es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.
Drohnenalarm in Lettland: Militär und Nato reagieren auf Luftraumverletzungen
„Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern“, teilte das Militär weiter mit. Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.
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Anfang Mai war ein kaum genutztes Öllager mit leeren Tanks in Rezekne im Osten des Landes getroffen worden. Bei dem Vorfall waren zwei fehlgeleitete ukrainische Drohnen nahe der russischen Grenze abgestürzt. Niemand wurde verletzt. Der Zwischenfall löste eine politische Krise in dem Land aus, bei der erst Verteidigungsminister Andris Spruds und dann Regierungschefin Evika Silina zurücktrat.
Nato-Kampfjet schießt verirrte ukrainische Drohne über Estland ab
Unterdessen hat ein Nato-Kampfjet über dem benachbarten Estland eine offenbar verirrte ukrainische Drohne abgeschossen. Nach Angaben des estnischen Verteidigungsministers Hanno Pevkur vom Dienstag wurde die Drohne von einem russischen Störsystem vom Kurs abgebracht und zunächst von Lettland entdeckt, bevor sie von einem in Litauen stationierten rumänischen F-16-Kampfjet abgeschossen wurde. Nahe der ländlichen Gemeinde in Poltsamaa im Zentrum Estlands gingen einem Medienbericht zufolge Trümmerteile nieder.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die estnische Armee teilte mit, die Drohne sei mit einer einzigen Rakete des Jagdflugzeugs abgeschossen worden. Verteidigungsminister Pevkur sagte, er habe mit seinem ukrainischen Kollegen Mychailo Fedorow gesprochen, der sich für den Vorfall entschuldigt habe. Estland habe keine Genehmigung dafür erteilt, dass sein Luftraum genutzt werden dürfe, und die Ukraine habe „nicht nach einer solchen Genehmigung gefragt“, sagte Pevkur weiter.
jcst mit dpa, afp







