US-Präsident Trump bleibt seinem egozentrischen Stil treu: Die Entscheidungen zur Stationierung von US-Truppen in Europa folgen keiner militärischen Strategie mehr, sondern rein persönlichen Motiven. Weil er sich über Kanzler Merz geärgert hat, verkündet Trump den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland. Weil er in Polens rechtsnationalem Präsidenten Nawrocki einen Bruder im Geiste vermutet, bekommt Polen nun überraschend zusätzlich 5000 US-Soldaten, nachdem erst eine Reduzierung angesagt war. Das Hin und Her ist mehr als verwirrend, es ist neuer Anlass zur Besorgnis.

Die verstärkte Präsenz an der Ostflanke der Nato wäre für sich gesehen eine gute Entscheidung, würde sie militärisch begründet. Aber Trump hat anderes im Sinn: Er zeigt, dass er aus der Nato ein Bündnis von Vasallen machen möchte. Loyalität wird belohnt, jede Kritik bestraft. Gefährlich, weil Trump die Strategie der europäischen Nato-Staaten bewusst konterkariert: Die bereiten sich ja längst darauf vor, dass sich die USA auf mittlere Sicht aus der konventionellen Verteidigung Europas weitgehend zurückziehen und nur noch den atomaren Schutzschirm bereitstellen wollen.
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Doch die Europäer brauchen für die Übernahme der Verantwortung Zeit und eine enge Abstimmung mit den USA, damit bei der Abschreckung keine Lücken entstehen. Mit Trump jedoch gibt es keinen Plan, keine Abstimmung, nur spontane Kommandos: Er will keine Verbündeten, sondern Untergebene. Aus der Sicherheitsallianz macht der US-Präsident ein brüchiges Bündnis der Verunsicherten – ausgerechnet jetzt, da die Sorge vor russischen Provokationen wächst.






