Nach der Anklage gegen den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro in den USA haben zahlreiche Kubaner gegen das Verfahren protestiert. Zu der Demonstration auf der sogenannten Antiimperialistischen Tribüne vor der US-Botschaft in Havanna hatten Jugendorganisationen wie die Union der jungen Kommunisten (UJC), der Studentenbund und die Pioniere aufgerufen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Uns verbindet die Würde Kubas, das Recht auf unsere Autonomie und die Ehre, zu einer Generation zu gehören, die im Geiste des Vermächtnisses von Fidel und Raúl herangewachsen ist“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Prensa Latina die Vorsitzende der UJC, Meyvis Estévez. An der Kundgebung nahmen auch Präsident Miguel Díaz-Canel, Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz sowie Mitglieder der Politbüros der Kommunistischen Partei und des Nationalen Sicherheitsrates teil. „Für Kuba und für Raúl stehen wir auf der Antiimperialistischen Tribüne“, schrieb Díaz-Canel auf der Plattform X.
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Zuvor hatte das US-Justizministerium den 94-jährigen Castro wegen vierfachen Mordes angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, für den Abschuss eines Flugzeugs im Jahr 1996 verantwortlich gewesen zu sein. Nicht auszuschließen ist, dass US-Präsident Donald Trump eine Militäraktion anordnen wird, um Castro vor ein amerikanisches Gericht zu stellen.
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USA klagen Castro wegen Abschuss von Zivilflugzeug an
Vor dreißig Jahren war Castro Verteidigungsminister unter seinem Bruder Fidel Castro. Asylkubaner der Organisation „Brothers to the Rescue“ wollten Landsleute befreien. Kubanische MiG-Kampfjets schossen das Zivilflugzeug jedoch in internationalem Luftraum vor der Küste der Inselrepublik ab. Bei dem Angriff kamen die vier Insassen der US-Maschine ums Leben. Der damalige Präsident Bill Clinton reagierte mit Sanktionen gegen Havanna.
Auch das Justizministerium, das FBI und andere Behörden nahmen Ermittlungen auf. Diese verliefen jedoch zunächst im Sande. Erst auf Trumps Wunsch klagte ein Gericht in Florida Castro an. Bereits im April hatte der zuständige Richter das Urteil verkündet. Das Justizressort in Washington wartete aber bis zum 20. Mai, dem kubanischen Unabhängigkeitstag, um die Anklageschrift zu veröffentlichen.
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Das Verfahren wirft mehrere Fragen auf, unter anderem nach dem Zeitpunkt. 1996 hatte die erfolgreiche Anklage, Entführung und Verurteilung des panamaischen Staatschefs Manuel Noriega der Clinton-Regierung Mut gemacht, einen weiteren ausländischen Politiker strafrechtlich zu verfolgen. Eine Invasion Kubas galt Clinton jedoch als zu riskant. Später bemühte sich Präsident Barack Obama um Entspannung im Verhältnis zwischen Washington und Kuba. Während Trumps erster Amtszeit wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen.
Trumps Justizminister und Bundesstaatsanwalt Todd Blanche kündigte an, Castro „um jeden Preis“ zur Rechenschaft ziehen zu wollen. „Ich gehe davon aus, dass er sich freiwillig stellen wird, ansonsten müssen wir andere Wege suchen, um ihn rüberzuholen.“ Trump selbst erklärte dagegen, eine militärische Aktion sei wohl nicht notwendig. „Deren Land ist ein totales Chaos, eine Eskalation wird nicht notwendig sein“, sagte der Präsident.
mit dpa










