Peter Thiel, Mitgründer von Paypal und der Datenanalysefirma Palantir, zählt zu den einflussreichsten und zugleich umstrittensten Figuren des Silicon Valley. Der in Frankfurt am Main geborene Investor ist bekannt für seine Nähe zu Donald Trump und seine libertären Positionen. Nun zeichnet sich laut einem Bericht der „New York Times“ ein bemerkenswerter persönlicher Kurswechsel ab: Thiel soll seine privaten Lebensinteressen zunehmend nach Argentinien verlagern.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Demnach habe der 58-Jährige in Buenos Aires eine Villa erworben, in die er zeitweise mit seiner Familie – seinem Ehemann Matt Danzeisen und den beiden gemeinsamen Kindern – eingezogen sein soll. Auch die Kinder seien bereits an einer Schule in der argentinischen Hauptstadt angemeldet worden. Offiziell bestätigt sind diese Angaben nicht; eine Anfrage der „New York Times“ ließ Thiel unbeantwortet.

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Treffen mit Milei und politisches Umfeld

Parallel dazu intensiviere sich offenbar auch Thiels Kontakt zur politischen Spitze des Landes. Mehrfach soll er sich in den vergangenen Monaten mit dem argentinischen Präsidenten Javier Milei getroffen haben – einem libertären Politiker, dessen radikaler Sparkurs und wirtschaftspolitische Deregulierungsagenda in Teilen mit Thiels Weltbild harmonieren.

Javier Milei treibt seit seinem Amtsantritt umfassende Marktöffnungen und Staatsreformen voran. Laut dem Bericht der „New York Times“ kam es dabei unter anderem zu Treffen im Präsidentenpalast sowie zu Gesprächen mit Ministern aus dem Wirtschafts- und Deregulierungsumfeld.

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Thiel wiederum gilt seit Jahren als Kritiker staatlicher Regulierung, hoher Steuern und liberal-progressiver Politik. Immer wieder warnte er zudem vor globalen Risiken – von geopolitischen Konflikten bis hin zu einer unkontrollierten Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Argentinien als „Absicherungsort“

In diesem Kontext wirkt Argentinien für Thiel offenbar nicht nur als Investitionsstandort, sondern als potenzieller Rückzugsraum. Laut „New York Times“ soll er das Land als eine Art „Plan B“ betrachten.

Hinzu kommt ein möglicher innenpolitischer Faktor in den USA: In Kalifornien wird über eine mögliche Vermögenssteuer für sehr reiche Einwohner diskutiert. Thiel, der dort lange lebte, soll sich laut Bericht zunehmend mit Alternativen außerhalb des Bundesstaates beschäftigt haben.

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Schach, Abendessen – und apokalyptische Gespräche

Seit seiner Ankunft in Buenos Aires zeige sich Thiel demnach auch im Alltag präsent. Er hätte an einem Schachturnier in der Hauptstadt teilgenommen, bei dem er den dritten Platz belegt habe. Zudem soll er sich in die lokale Szene eingelebt haben.

Bei einem Abendessen in seiner Residenz, so der Bericht weiter, sei auch über Themen gesprochen worden, die für Thiel typisch sind: darunter auch apokalyptische Szenarien und die Figur des „Antichristen“, ein Motiv, das in seinen öffentlichen Vorträgen bereits früher auftauchte.

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Rückzugsstrategie einer globalen Elite

Thiel wäre nicht der erste Milliardär, der sein Leben über mehrere Länder absichert. Neben der US-Staatsbürgerschaft besitzt er auch Pässe aus Neuseeland und Malta. Beobachter sehen darin ein Muster unter Superreichen: die strategische Verteilung von Wohnsitzen, Vermögen und Staatsbürgerschaften als Absicherung gegen politische oder wirtschaftliche Risiken.