Die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente, „Rente mit 63“, für besonders langjährig Versicherte könnte die öffentlichen Haushalte deutlich entlasten. Nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung lägen die Einsparungen bei rund 9,5 Milliarden Euro je Renteneintrittsjahrgang. Derzeit nutzen jedes Jahr etwa 250.000 bis 280.000 Menschen die Möglichkeit, nach mindestens 45 Beitragsjahren vorzeitig und ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Aus einer Kalkulation des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Stiftung gehe hervor, dass eine Abschaffung der beliebten abschlagsfreien Altersrente zudem ein Beschäftigungspotenzial von 125.000 Vollzeitkräften bedeuten würde.
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Die Modellrechnung für Rentnerinnen und Rentner des Jahrgangs 1957 – aktuell der jüngste Jahrgang, der vollständig im Ruhestand sei – zeigt demnach, dass die gesetzliche Rentenversicherung um rund 10,4 Milliarden Euro für diesen Jahrgang entlastet werden könnte.
Forscher erwarten späteren Renteneintritt ohne abschlagsfreie Frührente
Die aktuelle Regelung war 2014 von der damaligen schwarz-roten Bundesregierung eingeführt worden und zielt auf „besonders langjährig Versicherte“, die mindestens 45 Jahre Beiträge eingezahlt haben. Vor 1953 Geborene konnten ohne Abschläge mit 63 in Rente gehen. Für Jüngere, die zwischen 1953 und 1963 geboren wurden, steigt diese Altersgrenze schrittweise an. Vom Geburtsjahrgang 1964 an liegt das frühestmögliche Zugangsalter dann bei 65 Jahren.
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Würde diese Möglichkeit zur Frührente gestrichen, so gehen die Wissenschaftler von der Annahme aus, dass sich der Renteneintritt in diesen Fällen im Schnitt um zehn Monate verschieben würde und die Betroffenen dann mit Abschlägen in den Ruhestand gehen. Die Entlastung würde den Angaben zufolge nicht sofort entstehen, sondern sich über dann jahrzehntelang geringere Rentenzahlungen verteilen. Derselbe finanzielle Effekt wie für den Jahrgang 1957 würde ähnlich auch für die Folgejahrgänge eintreten, betont die Untersuchung.
DIW-Studie: Wegfall der „Rente mit 63“ würde Arbeitsmarkt stärken
Die Einsparungen bei den Rentenausgaben würden zwar zu Beitragsausfällen in anderen Sozialversicherungszweigen führen – Mindereinnahmen etwa bei Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Einkommensteuer von zusammen rund 860 Millionen Euro. Aber: „Unter dem Strich bliebe eine Einsparung für die Staatskasse von rund 9,5 Milliarden Euro.“
Einen positiven Effekt sieht das DIW auch darin, dass durch das Hinauszögern der Rente „zusätzlich Arbeitskräfte im Umfang von rund 125.000 Vollzeitkräften zur Verfügung“ stünden. Das seien häufig „erfahrene, gut qualifizierte Beschäftigte“.
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Wenn der abschlagsfreie Vorruhestand abgeschafft würde, seien allerdings Sonderregeln nötig, heißt es in der Studie. Denn vor allem Menschen mit eingeschränkter Gesundheit oder geringer Beschäftigungsstabilität könnten nicht ohne Weiteres verlängern und müssten dann mit Abschlägen in Rente. Denkbar seien etwa individuelle Gesundheitsprüfungen, Änderungen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, Nachweise über belastende Tätigkeiten oder die Berücksichtigung des durchschnittlichen Einkommens.
lth/dpa/afp






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


