Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt einen festen Platz in der Ahnengalerie des Bundeskanzleramts. Im Berliner Bode-Museum präsentierte der deutsch-französische Maler Jérémy Queyras am Dienstag das Porträtgemälde, das seinen endgültigen Platz in der Porträtgalerie im ersten Stock des Kanzleramts finden soll. Dort hängen die gemalten Porträts aller deutschen Bundeskanzler. Zunächst soll das Merkel-Porträt aber noch bis zum 4. Oktober im Bode-Museum für die Öffentlichkeit zu sehen sei.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bilder der Veranstaltung zeigen ein Porträt der Altkanzlerin in einem Blazer. Statt ihrer typischen „Merkel-Raute“ stützt sie sich auf einem Tisch ab. Für den blauen Blazer hat sich Merkel entschieden, weil die Farbe etwas Starkes, Herrschaftliches hat. Deswegen hat sie sich anders als ihre Vorgänger auch im Stehen malen lassen - in leichter Überlebensgröße, bis zu den Knien. Auf das Gesicht fällt ein starkes Licht, dass die „Spuren der Macht“ zur Geltung bringen soll, wie es heißt. Die linke Hand liegt auf einer Sessellehne. Das Werk ist 110 mal 140 Zentimeter groß.
„Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“, hatte die 71-Jährige vorab der „Zeit“ gesagt. Doch versuche sie, es mit Gleichmut zu nehmen: „Da ‚häng‘ ich dann eben.“
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Merkel stand wohl monatelang Modell
Merkel stand laut „Zeit“ monatelang Modell für das Gemälde des bisher eher unbekannten Künstlers Queyras. Der 28-Jährige habe seit dem Sommer vergangenen Jahres immer wieder die ehemalige Bundeskanzlerin getroffen und diese in einem eigens dafür eingerichteten Atelier in Berlin porträtiert. Material und Maler hat laut „Zeit“ die Altbundeskanzlerin selbst bezahlt. Der 71-Jährigen sei es wichtig gewesen, dass das Bild ihr gehöre. Dementsprechend sei es sowohl im Bode-Museum als auch im Kanzleramt nur eine Leihgabe.
Die Kanzlerin hat sich sehr lange Zeit gelassen, bis sie sich im vergangenen Jahr für den heute erst 28-jährigen Künstler aus einer Musikerfamilie entschied. Ihr Ausscheiden aus dem Amt nach 16 Jahren liegt nun schon fast fünf Jahre zurück. „Ich brauchte Abstand“, sagt Merkel bei der Enthüllung. Das Porträt sollte kein Punkt auf einer abzuarbeitenden To-Do-Liste werden, „sondern ich wollte Freude an einem solchen Vorgang haben“.
Merkel entschied sich nach einer Begegnung für Queyras
Wie Merkel der „Zeit“ sagte, hatte sich Queyras 2022 informell bei ihr beworben, das Porträt malen zu dürfen. Queyras sei nicht der Einzige gewesen. Merkel hat das Porträt nie offiziell ausgeschrieben. Erst im Juni 2025, nach einer ersten Begegnung, habe sie sich für den Maler entschieden. Queyras, 1997 im Pariser Vorort Les Lilas geboren, wuchs in Freiburg auf, studierte Kunst in London und Paris und ist für den Porträt-Auftrag nach Berlin gezogen.
Die Idee einer „Ahnengalerie“ im Kanzleramt geht auf den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) zurück. Ein Porträt von Merkels Nachfolger Olaf Scholz (SPD) steht noch aus.
daw, afp, epd





