Zuletzt schien es durch den Iran-Krieg ruhig um die Grönland-Ambitionen der USA gewesen zu sein. Doch das könnte sich nun ändern: Eine Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten sei aus Sicht der USA der einzige Weg, um den Sicherheitsrisiken rund um die zu Dänemark gehörende Insel langfristig zu begegnen, heißt es von einem hochrangigen Beamten der US-Regierung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken“, sagte er zu Journalisten vor dem Nato-Gipfel an diesem Dienstag und Mittwoch in der Türkei. Zugleich sagte er, auch weitere Optionen würden geprüft. Wie diese aussehen könnten, ließ er offen.
Der hochrangige Regierungsbeamte verwies darauf, dass es „rege Marineaktivitäten“ in der Region rund um Grönland gebe und US-Präsident Donald Trump eine „dauerhafte“ Lösung anstrebe. „Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten“, sagte der Beamte weiter.
Spannende Artikel rund um die Nato
Trump schockierte Nato-Partner mit Grönland-Plänen
Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der größten Militärallianz der Welt und an der gegenseitigen Bündnistreue geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.
Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.
News aus den USA
Claudia Major: Iran-Krieg habe Lektionen aus Grönland-Krise verstärkt
Mehrere Ereignisse haben nach Ansicht von Claudia Major bei Europäern den Eindruck geweckt, dass der Nato‑Verbündete USA sich gegen europäische Interessen wendet. „Der Moment der Wahrheit war für viele Europäer die Grönlandkrise“ sagte die Expertin für Sicherheitsfragen der US-amerikanischen Denkfabrik German Marshall Fund der Nachrichtenagentur dpa. Der Iran-Krieg habe den Eindruck dann bestätigt und letztlich verstärkt, dass die USA unilateral und gegen europäische Interessen handele.
„Ein Alliierter bedroht die territoriale Integrität und Souveränität eines anderen Alliierten – so stelle sich die Grönland-Frage für viele Europäer dar, erklärte Sicherheitsexpertin Major. „Aus Sicht vieler Europäer haben de facto die USA Grönland das angedroht, was Russland mit der Ukraine macht – nämlich Souveränität und territoriale Integrität notfalls mit militärischen Mitteln infrage zu stellen.“ Bei ganz vielen Europäern sei dadurch etwas gekippt: „Es entstand der Eindruck: Das soll unsere Lebensversicherung sein und sie wendet sich gegen uns.“
Der Iran-Krieg wiederum schien ihrer Einschätzung nach zu zeigen, „dass die Grönland-Krise keine Ausnahme war, sondern die neue Normalität sein könnte“. Er sei ohne Absprache mit Verbündeten entschieden worden – gleichzeitig habe Washington dann aber Unterstützung gefordert.
os/dpa











