Solarstrom lohnt sich – auch wenn man nur eine kleinere Anlage beziehungsweise ein Balkonkraftwerk betreibt. Das liegt aber nicht an der Vergütung, die man erwirtschaften könnte. Die 7,78 Cent pro Kilowattstunde für Kunden, die ihren Solarstrom zu einem Teil selbst nutzen und nur den überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeisen wollen, machen kaum etwas aus.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Einspeisevergütungen variieren, je nachdem wie groß die PV-Anlage ist. Aber auch bei einem großen Balkonkraftwerk ist sie gemessen an dem Strompreis, der für private Kunden bei etwas mehr 30 Cent liegt, schon ein Jammer für sich. Wer dennoch überlegt, vielleicht zwei kWh pro Tag einzuspeisen, der wird schnell endgültig abgeschreckt von dem Aufwand, der für die zu erwartenden rund 56 Euro im Jahr nötig wäre.
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Ministerin Reiche zieht die falschen Schlüsse
Das Balkonkraftwerk würde einen eigenen Zähler brauchen. Dessen Einbau kostet einmalig Geld – vielleicht 50, vielleicht 200 Euro. Der Betrieb verursacht jährliche Kosten von rund 25 Euro. Und dazu muss der Antragsteller weitere Formulare, Prüfberichte und Nachweise ausfüllen, so dass vielen erst recht die Lust vergeht.

Um nicht alles zu verschenken, kann man den überschüssigen Strom speichern und in der Solarflaute während der Nacht nutzen. Das lohnt sich, denn dann spart man 30 Cent pro kWh, die man nicht kaufen muss. Insofern ist es richtig, dass Ministerin Katherina Reiche (CDU) die Förderung kritisch sieht.
Reiche zieht aber die falschen Schlüsse, wenn sie sagt, es solle eine „Überförderung“ abgeschafft werden. Denn die Förderung wird von Balkonkraftwerken kaum genutzt. Und für die, für die es lohnen würde, wird sie erschwert.





