Es ist keine Überraschung, es ist genau das, was die allermeisten erwartet hatten: Friedrich Merz setzt auf Sicherheit, Kontrolle, Stabilität. Der CDU-Chef will seinen Kanzleramtschef und Vertrauten Thorsten Frei als Nachfolger von Jens Spahn an der Spitze der Unionsfraktion vorschlagen. Gut für Merz – und gut für Frei: Der 52-Jährige geht dahin zurück, wo er deutlich glücklicher war als im Kanzleramt. Frei war als Parlamentarischer Geschäftsführer eine Idealbesetzung – ein kluger Diplomat, ein ruhigpulsiger Jurist, ein menschenfreundlicher Manager, der auch in den anderen Fraktionen gut ankam.
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Im Kanzleramt bekam Frei schlechte Noten
Im Kanzleramt dagegen bekam er schlechte Noten aus den eigenen Reihen: Weil Absprachen nicht funktionierten, weil es bei der Abstimmung mit Partei, Fraktion und den starken Regierungschefs in den Ländern hakte, weil die Machtmaschine Union nicht rund lief. Schon vor Monaten, als die Stimmung in den Keller ging, fragten viele, wie lange Frei noch zu halten sei. Zuletzt, auch das gehört zur Wahrheit, wurde die Kritik leiser, aber die tiefen Augenringe in Freis Gesicht nicht heller.

Jetzt muss der Mann aus dem deutschen Südwesten zeigen, dass die Erwartungen an ihn nicht erneut enttäuscht werden. Die Latte liegt hoch: Spahn war zwar umstritten, aber ein zuletzt starker Fraktionschef, ein politischer Partner für den Kanzler, aber auch ein profilierter Machtmensch mit eigenem Gestaltungsanspruch. Frei muss sich erst noch von Merz freischwimmen, wenn er im neuen Job Statur gewinnen will.




