Die Initiative „Bäder in Not“ kämpft vor dem Thüringer Landtag um mehr Förderung für Hallenbäder. In dem Zuge verweist sie immer wieder auf die gesellschaftlichen Funktionen der Bäder: Bildung in Form von Schwimmunterricht für Kinder, als Sportstätte, für die Gesundheitsförderung, als Tourismusmagnete und als Freizeitbeschäftigung. Doch dabei fehlt etwas: Das Schwimmbad ist einer der letzten Orte ungeschönter Realität.
Ungeschönte Realität: Zwischen Chlor, Pommes und Falten
Das beginnt in der Nase: kein Raumerfrischer, sondern ein beißend süßlicher Chlorgeruch begrüßt die Besucher. Direkt ins Auge fallen die Menschen – mit Dreiecksbadehose oder Schwimmanzug. Im Gegensatz zu den Körpern, die auf den sozialen Medien durch Fitnesswahn geschmiedet und durch Filter zur angeblichen Perfektion in Szene gesetzt werden, gibt es hier Bierbäuche, Falten und Halbglatzen zu sehen.
Keine Designerklamotten in Sicht. Die aktuellen Modetrends scheinen an den Badekappen genauso zielgerichtet vorbeizugehen wie geschmackvolle Muster an den Badeshorts. Vor dem Imbiss gibt es keine Diskussionen über Ballaststoffe, Proteine oder Inhaltsstoffe für fettige, unerklärlich gut schmeckende Pommes, wahlweise mit Wurst oder mit einem kleinen Salat.
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Auch im Schwimmbecken gibt es keine Extrabahnen, jeder schwimmt im gleichen Wasser. Keine VIP-Bereiche oder Bezahlschranken. Die hohe Feuchtigkeit macht es fast unmöglich, ansprechende Fotos für den eigenen Instagram-Kanal zu schießen. Vielleicht sind Schwimmbäder aus genau diesem Grund so beliebt bei den Thüringern.



