Trotz riesigem AfD-Aufwind steht am Abend nicht fest, ob es für eine Alleinregierung der in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuften AfD reichen wird. Angesichts der Wortmeldungen des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gab es in den letzten Tagen des Wahlkampfes ohnehin erhebliche Zweifel daran, dass Siegmund ernsthaft regieren wollte.
Auch interessant
Auch interessant
Auch deshalb dürfte Parteichefin Alice Weidel direkt nach der ersten Prognose eine Ansage gemacht haben: Ihre Partei habe einen Regierungsauftrag. Sie widerspricht damit deutlich dem, was Siegmund im Wahlkampffinale gesagt hat. Sie öffnet die Tür für den Fall, dass das BSW, das zunächst knapp nicht im Landtag gesehen wurde, doch noch den Einzug ins Parlament schafft. Denn damit könnte die AfD regieren.
Auch interessant
Und die CDU? Die muss sich mit diesem für sie dramatischen Ergebnis in zweierlei Hinsicht ehrlich machen. Möchte Sven Schulze die Brandmauer gegen die AfD aufrechterhalten, muss er mit der Linken kooperieren. Dann aber bekommen die Wähler in Sachsen-Anhalt, die mehrheitlich konservativ-rechts gewählt haben, eine linksgerichtete Koalition wie in Thüringen. Wohin das führt, lässt sich hierzulande seit Jahren beobachten: In Thüringen regiert Mario Voigt (CDU) als Ministerpräsident im linksten aller jemals dagewesenen Bündnisse, das seit Regierungsantritt immer schlechtere Zustimmungswerte hat. Schon 2019 haben die Menschen in Thüringen mehrheitlich konservativ-rechts gewählt – und eine linke Regierung bekommen. Das hat die Politik-Enttäuschung hierzulande nur verschärft.
Diese Gefahr droht auch in Sachsen-Anhalt, das vor einer schwierigen Regierungsbildung steht.






