Der Tankrabatt bleibt umstritten. Die einen halten ihn für eine schnell wirkende Entlastung für Autofahrer. Die anderen sehen im Tankrabatt eine teure Gießkannenlösung – die zum Teil bei Energieunternehmen hängen bleibt. Jetzt zeigt eine Studie des Ifo-Instituts, ob die Unternehmen die Steuersenkung tatsächlich an die Autofahrer weitergeben. Die kurze Antwort – nur teilweise.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben. Beim Superbenzin E5 waren es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent“, sagt Ifo-Experte Florian Neumeier. Das heißt, besonders bei E10 ist noch Luft nach oben. Hier behielten die Unternehmen einen nicht unerheblichen Teil des Geldes ein.

Auch interessant

Spritpreise: ADAC und Ifo sehen noch Spielraum für günstigere Preise

Auch der ADAC sieht – vor allem bei E10 – noch eine „deutlichere Lücke gegenüber dem rechnerisch möglichen Preisrückgang von rund 17 Cent je Liter“. Bei Diesel komme die steuerliche Entlastung dagegen „zu einem großen Teil bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an“, heißt es vom Verkehrsclub. Er sieht aber weiter Spielraum für niedrigere Preise. 

Auch interessant

Zumal die Schwankungen von Tag zu Tag enorm sind. „Am ersten Oktober wurde der Rabatt vollständig weitergegeben, während die Weitergabe am Wochenende unvollständig blieb“, sagt Florian Neumeier vom Ifo-Institut. Insbesondere bei Superbenzin der günstigsten Sorte E10 gibt es dabei viel Bewegung. Die errechnete Weitergabe sinkt dort von Donnerstag bis Sonntag um rund 7 Cent. Am Montag zeigt sich dann wieder eine weitgehende Weitergabe von mehr als 15 Cent. Bei Diesel verläuft die Kurve ähnlich – wenn auch mit geringeren Ausschlägen nach unten und oben.

Tankrabatt unter Ökonomen unbeliebt

Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Oktober. Der Bund verzichtet dabei auf Energie- und Mehrwertsteuer in Höhe von 16,7 Cent pro Liter. Neumeier sieht die Maßnahme – wie viele Wirtschaftswissenschaftler – kritisch. Unter anderem, weil der dämpfende Effekt hoher Preise auch den Verbrauch reduziere. Zudem verzerre der Rabatt Kaufentscheidungen: Wer einen Benziner kaufe, mache sich von der Golfregion abhängig. Das solle der Preis auch zeigen.

„Der Tankrabatt ist außerdem wenig zielgenau“, betont sein Ifo-Kollege Christian Gréus. „Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und geringer Kilometerleistung profitieren kaum von diesem Entlastungspaket.“ Wer ein großes Auto fährt, profitiert stärker. Und schließlich wandert ein Teil des Geldes zu den Energieunternehmen.

lro/dpa