Diese Würdigung ist schon aus Altersgründen nur bei wenigen Parteigängern möglich - und mit Josef Duchač gilt sie zudem einem Mann, der sich um Thüringen besonders verdient gemacht hat: Für 65-jährige Mitgliedschaft in der CDU erhielt Josef Duchač jetzt die Ehrennadel seiner Partei und eine vom Parteivorsitzenden und Kanzler Friedrich Merz sowie dem Brandenburger Landesvorsitzenden, Innenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Jan Redmann unterzeichnete Urkunde. Zu lesen ist dort: „Wir sind stolz auf Mitglieder wie Sie, die unsere Partei seit so vielen Jahren treu begleiten.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dass es jetzt zu dieser Ehrung gekommen ist, teilt der ehemalige Regierungssprecher Michael Meinung mit. Der Erfurter ist mit Duchač, der mit seiner Frau Anna Maria in Birkenwerder lebt, weiterhin eng verbunden und hat das Ehepaar erst in diesem Sommer wieder besucht.

Der Diplom-Ingenieur Josef Duchač hatte zu DDR-Zeiten im Walterhäuser Gummiwerk gearbeitet und war dort Betriebsleiter. Wann er genau in die CDU der DDR eingetreten ist, weiß er nicht mehr. Es muss wohl Anfang der 1960er Jahre gewesen sein - und nicht - wie bei Wikipedia steht - im Jahr 1957.
Josef Duchač wurde am 19. Februar 1938 Bad Schlag im Sudetenland geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie aus der Tschechoslowakei vertrieben und fand in Gotha eine neue Heimat. Für Katholiken wie Duchač war die CDU als Blockpartei in der DDR die bessere Wahl. Wer sich für sie entschied, sah sich keinen weiteren Anwerbeversuchen durch die SED ausgesetzt.
Von 1986 bis 1989 war Duchač stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU in Gotha. In dieser Zeit wechselte er auch vom Gummiwerk Waltershausen in den Rat des Kreises Gotha, wo er für das Ressort Wohnungswirtschaft zuständig war. Nachdem in den Turbulenzen der Wendezeit, die von der SED eingesetzte Betriebsführung des VEB Gummiwerke in Waltershausen abgelöst worden war, übernahm Duchač für ein halbes Jahr wieder die Leitung des Werkes.

Dann begann seine politische Karriere: 1990 wurde er zunächst Thüringer Regierungsbeauftragter und war damit für die Zusammenführung der drei Bezirke Erfurt, Gera und Suhl zum Land Thüringen zuständig. Nach der Landtagswahl kurz nach der Einheit im Oktober 1990 wurde Duchač zum ersten Ministerpräsidenten des Freistaates gewählt wurde und war bis 1992 im Amt. Bernhard Vogel folgte ihm nach.
Familie Duchač lebt seit vielen Jahren aus familiären Gründen in Birkenwerder bei Berlin. Trotz langjähriger Blindheit und Altersbeschwerden zeige der 88-jährige Christdemokrat noch immer reges Interesse am Tagesgeschehen und an der Politik, betont Michael Meinung.




