Waffen

Leopard: Warum der Panzer mehrere Millionen Euro kostet

Miguel Sanches
| Lesedauer: 4 Minuten
Rheinmetall könnte Ukraine insgesamt 139 Leopard-Panzer liefern

Rheinmetall könnte Ukraine insgesamt 139 Leopard-Panzer liefern

Der Rüstungskonzern Rheinmetall könnte der Ukraine nach Angaben eines Sprechers insgesamt 139 Leopard-Panzer der Typen 1 und 2 liefern. 29 Leopard 2A4, die für Ringtausch-Projekte in Arbeit seien, könnten laut eines Unternehmenssprecher bereits im April oder Mai dieses Jahres bereitstehen.

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Berlin  Wie viel kostet eigentlich ein Kampfpanzer wie der Leopard 2? Mehrere Millionen Euro, je nach Modell, Bewaffnung, Zustand und Alter.

  • Wie viel kostet eigentlich ein Kampfpanzer wie der Leopard 2?
  • Die Kosten variieren je nach Modell, Bewaffnung, Zustand und Alter
  • So groß ist die Preisspanne

Panzer werden nicht in Serie hergestellt – nicht wie ein VW-Golf mit präzis kalkulierbarem Arbeitsaufwand und stetigem Materialfluss, gibt Armin Papperger in einem "Stern"-Interview zu bedenken. Was der CEO von Rheinmetall damit sagen will: Ein Panzer wie der Leopard ist kein Fahrzeug von der Stange. Ein Leopard 2 kostet um die drei bis neun Millionen Euro. Die große Spanne hat ihre Gründe. Der Preis hängt davon ab, ob der Kampfpanzer

  • neu oder alt ist;
  • gut in Schuss gehalten wurde oder aufwendig instandgesetzt werden muss;
  • wie er bewaffnet ist;
  • in welcher Ausführung er gebaut und geliefert wird, als Leo 1 oder Leo 2, letzter wiederum in der älteren A4-Version oder moderner als A6-Modell.

Die 14 Panzer, die jetzt der Ukraine in Aussicht gestellt wurden, kommen offenbar aus Beständen der Bundeswehr. Die Industrie kommt also nur mittelbar ins Geschäft, weil man davon ausgeht, dass die Bundesregierung alsbald die Bestände der Truppe wieder auffüllen und moderne Panzer bestellen wird. Lesen Sie auch: Deutschland liefert nun doch Leopard-Kampfpanzer an Ukraine

Leopard 2: In Großserien hergestellt, aber trotzdem nicht von der Stange

Der Vorteil für die ukrainischen Militärs liegt natürlich auf der Hand. Panzer der Bundeswehr können sofort zur Verfügung gestellt werden. Es geht um A6-Modelle, die modern und leichter mit Ersatzteilen und Wartung versorgbar sind.

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Hersteller ist Krauss-Maffei Wegmann. Hauptwaffe des Kampfpanzers ist allerdings die von Rheinmetall entwickelte Glattrohrwaffenanlage. Darüber hinaus liefert Rheinmetall für den Leopard 2 eine umfassende, hochmoderne Munitionspalette sowie die Feuerleitanlage und das Führungssystem.

Der Leopard gilt für viele als der leistungsfähigste Kampfpanzer der Welt. Rheinmetall wirbt für seine überragende Kampfkraft, "die sich aus einer optimalen Kombination von Feuerkraft, Schutz, Mobilität und der Führbarkeit" ergebe.

Leopard 2: Alt, aber laut Hersteller so gut wie neu

Vom älteren und günstigeren Leopard 2A4 liegen beim Hersteller noch über 22 Fahrzeuge vor, die erst einsatzbereit gemacht werden müssten. Die Instandsetzung würde ein knappes Jahr dauern. Eine Auslieferung wäre also frühestens Ende 2023 möglich. Polen verfügt über vieler solcher älteren Modelle und will der Ukraine helfen.

Hinzu kommen 29 Leopard 2A4, die eigentlich für Ringtausch-Projekte (Tschechien, Slowakei) geplant sind und Ende März 2023 fertig sein sollen. Theoretisch könnte die Bundesregierung im Einvernehmen mit Tschechien und der Slowakei auch entscheiden, sie erst mal in die Ukraine zu entsenden. An den Beispielen sieht man, dass Deutschland bei den Lieferungen noch nachlegen kann.

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Darüber hinaus stehen 88 ältere Leopard 1 quasi noch in der Garage. Es sind gebrauchte, von der Bundeswehr teils vor Jahren zurückgekaufte Exemplare, die modernisiert, beziehungsweise buchstäblich in Schuss gehalten werden. "Die sehen dann zwar aus wie neu. Es ist auch alles wie neu in den Fahrzeugen, es sind aber keine neuen, weil Altteile aus anderen Panzern verwendet werden", erläuterte Papperger. Weil es so viele Unterschiede gibt, variieren die Stückpreise dermaßen. Insgesamt könnten die Hersteller bis zu 139 Leos der Ukraine verkaufen. Das könnte Sie auch interessieren: Leopard-Panzer: Wie viele gibt es in den Nato-Staaten?