Im Berliner Südosten ist am Dienstag großflächig der Strom ausgefallen. Zeitweise waren etwa 50.000 Menschen betroffen. Rund 14.000 Haushalte müssen vermutlich noch Tage ohne Strom auskommen. Das bedeutet: kein Licht, keine Geschirrspülmaschine, keine Kühlschrank und keine Gefriertruhe. Gerade in Letzterer schlummert oft ein gut gefüllter Vorrat: von gefrorenem Gemüse über Eiscreme bis hin zu jeder Menge Sonntagsbraten. Was passiert nun mit dem Essen? Was muss weg und was darf erneut eingefroren werden? Hier ein paar wertvolle Tipps:

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Vorab: Alle, die nur kurzzeitig ohne Strom waren, dürften glimpflich davongekommen sein. Denn Tiefkühlware hat ein bisschen Durchhaltevermögen. Entscheidend ist dabei die Temperatur im Gefrierfach – und ob man schnell genug handelt.

Stromausfall: Wie lang hält sich Tiefkühlessen ohne Strom?

Tiefkühltruhen und -fächer sind kleine Isolationstalente. Wenn das Gerät geschlossen bleibt, hält der Inhalt in einer modernen Gefriertruhe bis zu 24 Stunden. Ein klassisches Gefrierfach bringt es immerhin auf etwa 10 bis 12 Stunden.

Sobald die Temperatur im Inneren über -9 °C steigt, beginnt jedoch der Prozess des langsamen Auftauens. Das Risiko von Bakterienwachstum nimmt damit nach und nach zu.

Die Tür der Gefriertruhe oder des Gefrierfachs sollte deshalb unbedingt geschlossen bleiben. Schon ein kurzer Griff ins Eisfach, um „nachzusehen“, wie es dem Ben & Jerry’s geht, kann den Wärmeeinbruch bedeutend beschleunigen.

Auch interessant

Was darf angetaut zurück in die Tiefkühltruhe?

Ist der Strom nach einigen Stunden wieder da, stellt sich die große Frage: Was tun mit den bereits angetauten Lebensmitteln? Hier kommt es auf zwei Dinge an: den Zustand des Lebensmittels und die längste erreichte Temperatur.

Verarbeitete Lebensmittel wie Brot und Kuchen, ebenso wie rohes Gemüse können, solange sie noch kalt oder teilweise gefroren sind, beruhigt wieder eingefroren werden. Kleiner Tipp: Die Textur leidet vielleicht etwas, der Geschmack bleibt aber in der Regel unbeschadet.

Gefrorenes Fleisch und Fisch? Hier wird‘s heikel. Sind sie nur leicht angetaut und noch kühl, können sie erneut eingefroren werden, allerdings sollten diese Lebensmittel beim späteren Kochen gut durchgaren, um sämtliche potenziellen Keime zu eliminieren. Sind sie jedoch völlig aufgetaut oder warm, gehören sie umgehend in die Pfanne, den Ofen oder in den Müll, nicht zurück ins Eisfach.

Eiscreme? Aufgetaute und wieder eingefrorene Eiscreme verliert ihre samtige Textur und wird zu einer kristallinen Masse, auf die niemand Lust hat. Also entweder noch schnell weglöffeln oder in den Mülleimer damit

Stromausfall: Gekochtes hält sich besser als rohes Essen

Eine Möglichkeit, um das Essen zu retten, gibt es mitunter noch: kochen. Anstatt Fleisch, Fisch oder Gemüse verkommen zu lassen, kann es sich lohnen, etwas länger am Herd zu stehen und ein paar Mahlzeiten vorzubereiten. Diese können dann wieder eingefroren werden – das gilt natürlich nur, wenn der Strom bis dahin wieder da ist. Generell aber gilt: Gekochtes hält sich im Tiefkühlfach meist besser als Rohes, und die Originalqualität leidet weniger.

Für einige Stunden können auch Kühlboxen mit Eisakkus helfen. Und wer einen Nachbarn oder Freund ein paar Straßen weiter mit einer laufenden Gefriertruhe hat, kann ja mal höflich klopfen. Solidarität ist auch bei Tiefkühlkrisen Gold wert.

Am besten vorsorgen: Das richtige Preppen für den Stromausfall

Es macht immer Sinn, vorbereitet zu sein – nicht nur, wenn es um Kerzen und Taschenlampen geht. Hackfleisch sollte grundsätzlich nicht zu lange in der Gefriertruhe lagern, und Fisch lässt sich hervorragend portionieren. Ein paar gute Tipps zur Lagerung:

  • Kleine Portionen einfrieren – das taut schneller und konsistenter auf.
  • Beschriftungen sind Gold wert – spätestens, wenn man sich fragt, ob der Tupperinhalt aus 2021 noch genießbar ist.
  • Eiswürfel-Trick: Glas mit Wasser einfrieren, Münze darauf legen. Sinkt die Münze zu Boden, gab es mal einen längeren Stromausfall, etwa in der Nacht oder bei Abwesenheit

Ansonsten gilt: Keine Panik, wenn‘s mal dunkel wird – vielleicht ist es einfach die Gelegenheit für einen halbspontanen kulinarischen Abenteuerabend mit Freunden und Wildschweingulasch, Resteauflauf und Notaustritt-Tiramisu!

FMG