Wer bisher Geld beim Strom sparen wollte, musste jedes Jahr den Stromanbieter wechseln und energiesparende Geräte kaufen. Die noch recht neuen dynamischen Stromtarife haben mehr Sparpotenzial. Für wen sie eine Alternative sein können, sagt der Geldratgeber Finanztip.

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Rund 32 Cent kostet eine Kilowattstunde Strom laut Finanztip-Strompreis-Barometer aktuell in einem günstigen Neukundentarif. Für die meisten ist das ein fixer Strompreis, ganz egal, wann sie den Strom nutzen. An der Börse hingegen, wo der Strom gehandelt wird, ändert sich der Preis ständig. Hier kommen die dynamischen Stromtarife ins Spiel. Sie folgen diesem Börsenstrompreis, ändern sich also laufend – anders als gewöhnliche Tarife mit einem festen Strompreis. Und davon lässt sich profitieren.
Das gilt vor allem für Geräte mit hohem Stromverbrauch, die zeitlich flexibel sind. Dazu zählen Wärmepumpen und Wallboxen zum Laden von E-Autos. Deren Verbrauch lässt sich gezielt in günstige Stunden verlegen. Die Stromrechnung sinkt so potenziell um einige hundert Euro im Jahr.
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Strompreise: 300 Euro durch cleveres E-Auto-Laden sparen
Beispiel E-Auto:
- Bei 15.000 Kilometern im Jahr und einem Verbrauch von 20 kWh/100 km ergibt sich ein Strombedarf von 3000 kWh.
- Lädt man zu Hause an der Wallbox, verschiebt clever den Ladezeitpunkt und erzielt durchschnittlich einen um 10 Cent/kWh günstigeren Preis, spart man 300 Euro im Jahr.
- Bei 5 Cent/kWh sind es noch 150 Euro.
Auch Wärmepumpen brauchen viel Strom. In energieeffizienten Häusern müssen sie aber nicht durchgehend heizen, teure Stunden lassen sich überbrücken. Dabei hilft ein Pufferspeicher, mit dessen Hilfe Wärme bei billigen Strompreisen für später vorproduziert werden kann.
Strom zum Börsenpreis: Ohne Wärmepumpe oder Wallbox überwiegt das Risiko
Haushalten mit normalem Strombedarf und ohne die nötige Flexibilität rät Finanztip von dynamischen Stromtarifen ab. Das Sparpotenzial ist zu gering. Wer zum Beispiel den täglichen Waschmaschinendurchgang in durchschnittlich 10 Cent/kWh günstigere Zeiten verlegt, spart nur rund 20 Euro im Jahr – trägt dafür aber das Risiko schwankender Börsenpreise.

Das Risiko lohnt sich also nur, wenn Sie genau wissen, dass Sie mit Wärmepumpe und Wallbox, aber auch Stromspeicher und Pool, gezielt günstige Zeiten nutzen können. Der Haken: Verlässlich lässt sich das aber nicht vorhersagen. Günstig ist es vor allem, wenn erneuerbare Energien, also Wind- und Solarenergie, viel Ökostrom ins Netz drücken – an sonnigen Nachmittagen etwa, auch in windigen Winternächten. Der Preis wird zudem von der schwankenden Stromnachfrage von Industrie und Haushalten beeinflusst.
Nun könnten Sie ständig die aktuellen Börsenstrompreise verfolgen und Geräte manuell programmieren. Viel besser geeignet sind dafür aber intelligente Geräte oder ein Heim-Energiemanagementsystem für cleveres Stromverbrauchen. Informieren Sie sich deshalb unbedingt zuerst, ob diese Automatisierung mit Ihren Geräten überhaupt möglich ist.
Dynamischer Stromtarif: Wann sich ein smarter Stromzähler lohnt
Die letzte Hürde: Die viertelstundengenaue Abrechnung der Strompreise funktioniert nur mit einem besonderen Stromzähler, dem intelligenten Messsystem (iMSys), oft Smart Meter genannt. Haushalte mit steuerbarer Verbrauchseinrichtung – also Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher – oder einem Jahresverbrauch über 6000 kWh bekommen den Zähler automatisch.
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Nach Finanztip-Schätzung werden bis Jahresende knapp eine Million solcher Haushalte ein Smart Meter haben und könnten damit einen dynamischen Tarif wählen. Wer nicht warten will, kann einen vorzeitigen Einbau beantragen. Das kostet oft 100 Euro und lohnt sich nur, wenn man sicher ist, damit hunderte Euro zu sparen.
Dynamische Stromtarife: Preisvergleich lohnt sich
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, bleibt die Frage nach dem richtigen Tarif. Finanztip hat 20 dynamische Tarife einem Vergleich unterzogen. Alle erfüllen die verbraucherfreundlichen Mindestkriterien von Finanztip. Dazu gehört, dass sie bundesweit abschließbar sind und höchstens einen Monat Mindestvertragslaufzeit haben. Bei Bedarf könnte man kurzfristig in einen Tarif mit Festpreis zurückwechseln.
Sie planen zu Hause eine Wärmepumpe oder Photovoltaikanlage? Finanztip erklärt, wie Sie jetzt sparen
Aber unterscheiden sich dynamische Stromtarife überhaupt preislich voneinander? Der eigentliche Strompreis ist bei allen Anbietern schließlich gleich hoch. Er besteht aus feststehenden Netzgebühren, Steuern und Umlagen sowie dem variablen Börsenstrompreis.
Hinzu kommen allerdings noch Gebühren, die die Anbieter selbst festlegen. Der Finanztip-Vergleich rechnet diese Gebühren für den individuellen Stromverbrauch transparent aus. Bei einem Stromverbrauch von 5000 Kilowattstunden liegen zwischen dem günstigen und dem teuersten dynamischen Tarif rund 180 Euro – noch ein jährliches Sparpotenzial also.
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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.











