Die Zahl der Menschen mit Demenz nimmt weltweit stetig zu. Nach Angaben der WHO leben derzeit mehr als 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, jedes Jahr kommen schätzungsweise rund 10 Millionen neue Fälle hinzu. Die Ursachen dafür sind vielfältig und Gegenstand intensiver Forschung.
Studie identifiziert sechs Depressionssymptome als Demenz-Warnzeichen
Eine aktuelle Studie des University College London hat nun den bereits bekannten Zusammenhang zwischen Depression und Demenz genauer untersucht. Dabei gelang es den Forschenden erstmals, sechs konkrete Depressionssymptome zu identifizieren, die im mittleren Lebensalter als mögliche Warnsignale für ein erhöhtes Demenzrisiko gelten könnten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Demenzrisiko nicht mit Depression als Ganzes zusammenhängt, sondern mit einer Handvoll spezifischer depressiver Symptome“, erklärt der Epidemiologe und Psychologe Philipp Frank gegenüber „Science Alert“.
Die Forschenden analysierten Daten von 5.811 Personen mittels einer Längsschnittstudie, also einer Forschungsmethode, bei der dieselbe Stichprobe über einen längeren Zeitraum wiederholt untersucht wird, um Veränderungen und Entwicklungen zu erfassen und zu analysieren.
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Die Angaben zur psychischen Gesundheit der Teilnehmer wurden zwischen 1997 und 1999 erfasst, als diese zwischen 45 und 69 Jahre alt waren und keine Demenzdiagnose hatten. Anschließend wurde ihr Gesundheitszustand über einen Zeitraum von rund 20 Jahren regelmäßig erfasst. Das Ergebnis: Im Verlauf der Studie entwickelten 10,1 Prozent der Teilnehmenden eine Demenz. Personen, die fünf oder mehr Depressionssymptome angaben, hatten ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko, später an Demenz zu erkranken. Dieser Risikoanstieg ließ sich jedoch auf sechs spezifische Symptome zurückführen – von insgesamt 30 untersuchten.
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Zu diesen sechs Symptomen zählen:
- Verlust des Selbstvertrauens
- Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Problemen
- Fehlende emotionale Verbundenheit mit anderen
- Anhaltende Nervosität
- Konzentrationsprobleme
- Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitsweise
Besonders stark war der Zusammenhang bei geringem Selbstvertrauen und den Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Problemen – beide Symptome erhöhten das Demenzrisiko um etwa 50 Prozent. Andere Symptome wie Schlafprobleme oder Suizidgedanken zeigten hingegen keinen langfristigen Zusammenhang mit einer Demenzdiagnose.
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Einschränkungen und Ausblick
Laut den Forschenden sind die Ergebnisse jedoch nicht uneingeschränkt übertragbar: Die Studie wurde ausschließlich im Vereinigten Königreich durchgeführt und umfasste überwiegend gesunde Menschen. Zudem trat Demenz in der Studiengruppe seltener auf als in der allgemeinen Bevölkerung.

Und dennoch: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Aspekte von Depressionen mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden sind. Dies könnte helfen zu verstehen, warum Demenz manche Gehirne betrifft und andere nicht.
lcz





