Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den teuersten in ganz Europa. Dementsprechend steigt der finanzielle Druck auf die gesetzlichen Krankenkassen, die einen drastischen Sparkurs einschlagen müssen. Das könnten unter anderem die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Land zu spüren bekommen. Ihre Honorare sollen pauschal um zehn Prozent gesenkt werden, berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“.

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Der GKV-Spitzenverband will, dass diese Sparmaßnahme bereits im Bewertungsausschuss (BA) im März beschlossen wird. Die Honorarkürzung könnte also noch 2026 wirksam werden. Nachdem im offiziellen BA-Beschluss Ende Januar noch von einer „Überprüfung“ die Rede war, soll der GKV nun wohl auf eine Durchsetzung der Sparmaßnahme drängen, so das „Ärzteblatt“. Offiziell bestätigt wurde das Vorhaben bisher aber nicht.
Honorarkürzung bei Psychotherapeuten? Kassenärzte-Chef spricht von „Unart“
„Während der Bedarf an Psychotherapie steigt, wollen die Krankenkassen die Vergütung zusammenstreichen. Das ist unverantwortlich“, sagte Dieter Adler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks, gegenüber dem „Deutschen Ärzteblatt“. „Wenn zehn Prozent der Einkünfte wegfallen, werden viele Kolleginnen und Kollegen lieber Privatpatienten nehmen.“
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Für Kassenpatienten könnte es dagegen noch schwerer werden, einen Therapieplatz zu finden – eine Hiobsbotschaft für viele psychisch Kranke. Bereits jetzt ist die Suche oft kompliziert und zeitaufwendig, weil die Zahl der Kassensitze – also der Psychotherapeuten, die mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen dürfen – begrenzt ist. Mit der Honorarkürzung und den möglichen Folgen könnte auch noch der finanzielle Aspekt hinzukommen.
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen lehnt das Vorhaben daher klar ab. „Diese Unart ist leider seitens des GKV-Spitzenverbands Methode geworden, einfach pauschal Kürzungen vornehmen zu wollen, bei Haus- und Fachärzten genau wie nun auch bei den Psychotherapeuten“, sagte er dem „Deutschen Ärzteblatt“.





