Fasten mit Diabetes? Das ist durchaus möglich. Egal ob aus gesundheitlichen oder spirituellen Gründen, etwa während der christlichen Fastenzeit oder dem Ramadan: Werden einige grundlegende Regeln beachtet, ist eine Diabetes-Erkrankung kein Ausschlusskriterium.

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Gleichwohl ist das Fasten für bestimmte Patienten mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Es besteht unter anderem eine erhöhte Gefahr für schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämie) durch eine unterbrochene Nahrungsaufnahme sowie für eine ausgeprägte Überzuckerungen (Hyperglykämie) beim Fastenbrechen. Eine ärztliche Beratung oder Begleitung ist in jeden Fall ratsam.
Fasten mit Typ-1-Diabetes: Was Betroffene beachten müssen
Aus medizinischer Sicht wird Menschen mit Typ-1-Diabetes in der Regel vom Fasten abgeraten. Während des Verzichts ist das Risiko für schwere Unterzuckerungen deutlich erhöht. Längere Nahrungspausen können ausgeprägte Schwankungen des Blutzuckerspiegels verursachen. Experten wie Johanna Karapinar (Diät- und Diabetesassistentin) empfehlen in der „Apotheken Umschau“ daher eine engmaschige Blutzuckerkontrolle sowie eine ärztliche Begleitung. Zwar können moderne Insulinpumpensysteme das Risiko reduzieren, dennoch kann eine schwere Unterzuckerung gravierende Folgen wie Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle, ein diabetisches Koma oder eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit haben.
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Menschen mit Typ-2-Diabetes: Diese Gefahren drohen
Nach Einschätzung mehrerer Experten können Menschen mit Typ-2-Diabetes grundsätzlich fasten, sofern keine schwerwiegenden Begleiterkrankungen vorliegen. Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältige Anpassung der Ernährungsgewohnheiten in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. Eigenständige Änderungen der Medikation oder der Nahrungszufuhr ohne medizinische Rücksprache sind mit erheblichen Risiken verbunden.
Eine besondere Gefahr besteht beim Fastenbrechen, wenn etwa innerhalb kurzer Zeit große Mengen stark zuckerhaltiger oder fettreicher Speisen verzehrt werden. In diesem Fall kann der Blutzuckerspiegel rasch und deutlich ansteigen, sodass eine ausgeprägte Überzuckerung droht. Typische Symptome sind starker Durst, Müdigkeit, Sehstörungen und Schwindel. Zugleich versucht der Organismus, den überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden, was zu vermehrtem Harndrang führt. In Extremfällen kann eine schwere Überzuckerung zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma führen, schreibt die Stiftung Gesundheitswissen.
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Vorbeugend empfiehlt sich eine ausgewogene Zusammensetzung der Mahlzeit zum Fastenbrechen. Geeignet sind insbesondere Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch, frische Salate und Gemüse. Von großen Mengen schnell verfügbarer Kohlenhydrate wie Weißbrot, stark stärkehaltigen Beilagen oder zuckerreichen Süßspeisen sollte hingegen abgesehen werden, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
Fasten entlastet den Körper
Fasten, unabhängig davon, ob es aus religiöser Motivation oder aus einem anderen Antrieb erfolgt, kann unter bestimmten Bedingungen zu einer Entlastung des Organismus beitragen und adaptive Prozesse des Immunsystems unterstützen. Ein besonders intensiv erforschter Mechanismus ist die Autophagie. Nach einer Phase verminderter Energiezufuhr aktiviert der Körper zelluläre Programme, die beschädigte oder funktionsgestörte Zellbestandteile abbauen und deren Bestandteile dem Stoffwechsel erneut zuführen.
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Mit dem Ausbleiben externer Zuckerzufuhr erfolgt eine Umstellung des Energiestoffwechsels. Der Organismus greift verstärkt auf gespeicherte Fettreserven zurück, wodurch der Insulinspiegel sinkt. Diese hormonelle Anpassung kann die Gewichtsreduktion fördern und sich günstig auf das Risiko für Typ-2-Diabetes auswirken. Ferner berichten viele Menschen im Rahmen strukturierter Fastenzeiten von einem geschärften Bewusstsein für Hunger und Sättigung.









