GLP-1-Medikamente wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro gelten als Durchbruch in der Behandlung von Übergewicht und Diabetes. Doch trotz ihrer hohen Wirksamkeit zeigt sich in der Praxis ein zentrales Problem: Nicht alle Patienten profitieren gleichermaßen. Während einige deutlich an Gewicht verlieren, sprechen etwa 10 bis 15 Prozent kaum auf die Therapie an oder leiden unter starken Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen.
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GLP-1-Medikamente wirken bei jedem anders
Eine aktuelle Studie des 23andMe Research Institute, veröffentlicht im Fachjournal Nature, liefert nun eine mögliche Erklärung für diese Unterschiede. Die Forschenden analysierten die genetischen Daten von rund 15.000 Personen und untersuchten, wie sich individuelle DNA-Variationen auf die Wirkung von GLP-1-Medikamenten auswirken.

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Im Fokus der Untersuchung standen zwei Gene: GLP1R und GIPR. Beide spielen eine zentrale Rolle in den Signalwegen, auf die diese Medikamente abzielen. Das GLP1R-Gen beeinflusst unter anderem Appetit, Insulinausschüttung und Magenentleerung, also zentrale Prozesse für den Gewichtsverlust.
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Gene beeinflussen Wirkung und Nebenwirkungen von Abnehm-Medikamenten
Die Studie zeigt: Eine bestimmte Variante des GLP1R-Gens kann die Wirksamkeit der Medikamente erhöhen. Personen mit dieser Genvariante verloren im Durchschnitt mehr Gewicht. Gleichzeitig war diese Variante jedoch auch mit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen verbunden.
Auch das zweite untersuchte Gen, GIPR, steht im Zusammenhang mit Nebenwirkungen. Besonders bei modernen Wirkstoffen wie Tirzepatid zeigte sich, dass bestimmte genetische Varianten das Risiko für starkes Erbrechen deutlich erhöhen können – in Einzelfällen sogar um ein Vielfaches.
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Personalisierte Medizin bietet Chancen für gezielte Therapien
Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung der sogenannten personalisierten Medizin. Ziel ist es, Therapien künftig stärker an die genetischen Voraussetzungen eines Patienten anzupassen. Statt eines „Trial-and-Error“-Ansatzes könnten Ärzte so vorab besser einschätzen, ob eine Behandlung wirksam ist oder Nebenwirkungen wahrscheinlich sind.
Allerdings betonen Experten, dass die Genetik nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Lebensstil und Vorerkrankungen haben ebenfalls großen Einfluss auf den Therapieerfolg. Zudem sind die genetischen Effekte bislang eher moderat und müssen durch weitere Studien bestätigt werden.
Dennoch gilt die Untersuchung als wichtiger Schritt: Sie zeigt erstmals klar, dass genetische Unterschiede messbar beeinflussen, wie Menschen auf GLP-1-Medikamente reagieren. Langfristig könnten solche Erkenntnisse dazu beitragen, Behandlungen gezielter, effektiver und verträglicher zu gestalten.
nes







